Über Urlaub, Suspensorien, Pianogeklimper, Quintenzirkel, Open Stage! Ausbildung Vocalcoach

Über Urlaub, Suspensorien, Pianogeklimper, Quintenzirkel, Open Stage! Ausbildung Vocalcoach

Ausbildung zum Certified POWERVOICE Vocalcoach, Stuttgart

Ausbildungseinheit 2 vom 04.12. – 06.12.2015

#HÄSCHTÄGISSO
Endlich! Die 4 Wochen sind um und die nächste Ausbildungseinheit zum Vocalcoach steht vor der Tür!

Während der letzten Wochen hatten wir vieles zu tun und so einiges musste wir erstmals sacken lassen. Wir haben wie wild nach Probanden gesucht und an ihnen herumexperimentiert, sie mit unserem neu Erlernten in Verzweiflung gelabert und letztendlich dennoch tolle und lehrreiche Stunden mit ihnen gehabt!

Viele Fragen kamen in diesen Tagen auf, eine leichtsinnig erstellte Kofferseite von Jasmin wurde zum nächtlichen Projekt von Marion, Gigs standen an, Baustellen blockierten unseren Tatendrang und Freundschaften entstanden. Agonisten und Antagonisten suchten unsere Köpfe heim und stetig fühlte man sich etwas unter Leistungsdruck. Aber … so ist das eben, wenn man in nur 6 Monaten seinen Traumberuf erlernen möchte. – Und wir sind alle recht geil darauf!
Für die 2. Ausbildungseinheit hat POWERVOICE sein neues Zuhause in Stuttgart-Weilimdorf gefunden. Ein mega Gebäudekomplex, das rund 150 Bands beherbergt und in dessen Untergeschoss nun verrückte Menschen ständig „ääää“ schreien und imaginäre Widerstände drücken, schieben oder auf Bällen hüpfen. Was man halt alles so macht, um Ökonomie, Stabilität und Flexibilität beim Singen zu erlangen. Ja, so etwas hat im Proberaumzentrum Stuttgart noch gefehlt!

Unsere neue Location im Proberaumzentrum Stuttgart

Unsere neue Location im Proberaumzentrum Stuttgart

Am ersten Tag waren waren wir nur zu Viert und schon ein wenig müde von den Strapazen der Anreise und teilweise auch von Krankheit gezeichnet.

Zuerst analysierten wir ein paar der Probandenvideos und füllten unsere Schubladen mit „zielgerechtem Loben“ (nein, man soll weder die Begriffe aus dem Index verwenden, noch Märchen erzählen). Andrés hat auch dafür etliche Tricks auf Lager. Eines jedoch hat uns irgendwie überrascht: Die Aufgabe eines Vocalcoaches ist sogleich die Rolle eines Entertainers??? Aha, okay. Na dann machen wir das eben auch noch.

Mit leichter Orientierungslosigkeit erkundeten wir am ersten Tag die Etagen, Küchen und Aufzüge und verspeisten bei unsere ersten Mittagspause in irgend einer Küche auf irgend einer Etage im Stehen unsere Pizzen.

Analyse der Probandenvideos

Zeit für Piiizzaaa

Analyse von Probandenvideos

Foto gegen Foto 🙂

Nach der Pause …

Und dann kam es wieder, dieses Thema…. Wie erklärt man jemandem am besten wie eine optimale Einatmung funktioniert und warum diese so wichtig ist … ?

„Singt zwei Passagen in denen ihr eurem Schüler zeigen könnt warum ihr eine schnelle intensive Einatmung braucht.“ Was für ein Leistungsdruck! Es ist aus dem Stehgreif gar nicht so einfach da was zu finden! Auf Andrés Frage „Warum man bei der Einatmung entspannt sein soll“, antwortete Jasmin selbstredend „isso!“. Ist ja auch so, oder? Einatmung ist wie Urlaub in Thailand wie Tom immer wieder zu sagen pflegt. Das müsst ihr an dieser Stelle nicht verstehen 🙂
Der Tag nahm mit unseren eigenen kleinen Songinterpretationen seinen Ausklang. Dabei kamen wir in den Genuss Andrés bei seiner Interpretation von „Say Something“ zuzuhören. Jedoch hatte auch dieser Ohrenschmaus mit Arbeit zu tun, denn es galt heraus zu hören und zu verstehen welchen Unterschied es macht in der Ein- oder Ausatemtendenz zu singen. Jetzt verstanden wir, was er mit „falsch und richtig vormachen“ können meinte. Kapiert, abgespeichert!

Andrés demonstirert “Say Something” richtig und falsch

… falsch können von uns ein paar ganz gut 🙂

In unseren neuen Räumlichkeiten kann man chilliger den Lektionen folgen und dabei noch etwas naschen! Chips, Salzstängel und Läckerli die ich aus Basel mitbrachte gibts ja genug. Fast wie im Urlaub, dachte ich mir. Denkste! Essverbot in den Unterrichtseinheiten.

Nervennahrung

Zur Belobung ein Lekerli

Ich und der Trainingston …

Ich bin dran mit der produktion eines Trainingstones – natürlich nicht ganz richtig 😉 Andrès hatte sofort die Kompensationswerkzeuge parat, die mir halfen die richtige Technik anzuwenden. Mein Problem ist, dass ich in der Ausatemtendez statt in der Einatemtendez einen Ton produziere.

Die Kunst der Wiederholbarkeit … 3 Stunden später hab es auch ich begriffen, ne Scherz, aber fast, sagen wir eine gute halbe Stunde später konnte ich ökonomische Töne produzieren. Die Übungen die ich mit Hilfe von Kompensationsmitteln durchführte bewirkten wahre Wunder. Natürlich hat man immer Angst, dass man seinen lieb gewonnenen und in den Jahren hart erarbeiteten Sond verliert, aber Andrés sagte ganz deutlich und sehr betont: “Wir nehmen euch nichts weg, ihr bekommt etwas dazu.” Stimmt 😉
Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit einer Übung die die beiden Zustände beim Singen erklären: Spannung und Entspannung. Demonstriert wurde das anhand eines Therabandes.

Ramona nahm das eine Ende von Zwei Therabändern, ich das andere Ende. Sie ging etliche Schritte zurück, so dass die Therabänder ordentlich gespannt waren. Das ist der Zustand der Muskulatur beim Singen. Einatmen heißt: Entspannung.

Hier seht ihr die Revanche an Ramona 🙂

Zustand beim Singen: Spannung

Ausbildung_Vocalcoach_Stuttgart_Hamburg_POWERVOICE12

… und Entspannung der Muskulatur

Ich wusste nicht, dass Ramona die optimale Einatmung anhand des Loslassens der Therabänder demonstrieren würde. Ich hielt die Therabänder ungefähr 25 cm unterhalb meines Bauchnabels, lässig zwischen den Oberschenkeln. Mit etwas Fantasie, wisst ihr, dass die angeschossen kommenden Therabänder … O.K., lassen wir nähere Erklärungen 😉

Einatmen heißt nun mal entspannen und so ließ Ramona die SEHR, ich betone: SEHR, SEEEHR gespannten Therabänder los um Entspannung der Muskulatur zu demonstrieren. Was ich in diesem Moment empfand war eher das Gegenteil von Entspannung.

Um eurer Bild im Kopf etwas auszuschmücken, stellt euch vor, ein Handballtorwart bekommt einen Ball mit ca. 150 km/h an seine empfindlichste Stelle und das “ohne” Suspensorium (Sackschutz). Übrigens bei Amazon gibt es einen Tiefschutz schon ab € 7,- wünsch ich mir zu Weihnachten 😉

Zeit für die Open Stage

Am Abend folgte die Open Stage. Wir bereiteten den Raum vor, Andrés saß hinter den Reglern und los ging es. Jeder Coach sollte mindestens zwei Songs singen. Ich merkte schon vom ersten Ton an, dass wir total entspannt und befreit sangen. Muss echt sagen jeder von uns bot eine klasse Performance. Wirklich staunend saßen wir da und realisierten das unser Niveau extrem gestiegen war. Nein es lag nicht daran das ich 2-3 Bierchen getrunken hatte, im Ernst, Spass zu haben ist nun mal das Wichtigste beim Musizieren/Singen und nicht nur im Leben allgemein.
Es war ein genialer Abend und der Applaus so tobend wie bei einem tausend Leute Konzert. Wir hatten auch das Vergnügen Marion singen zu hören und da merkten wir wieviel Spass sie am Singen hat. “Nobodys Perfect” von Jessie J. ist echt nicht einfach, aber das hat gerockt!

Der Respekt gilt auch unseren Gästen, die die Bühne gerockt haben. Zu wissen, dass angehende Vocalcoaches da sitzen und den Sänger auf der Bühne (schon ganz automatisch) analysieren ist nicht ganz ohne. Hiermit würde ich sagen Kompliment an alle für die Darbietungen und für den gelungen Abend.

Tom beim Soundcheck

Open Stage

Von überall – LIVE dabei

Übrigens, die nächste Open Stage in Stuttgart ist am 09. Januar 2016. Ihr seid herzlich eingeladen mit uns Spaß zu haben, ob Live oder via Live-Stream. Was ihr tun müsst? POWERVOICE auf Twitter folgen und via Desktop dabei sein oder euch zusätzlich die Periscope App auf euer Smartphone laden und bequem vom Handy aus dabei sein.
Hier gehts zur App: Periscope für iOS oder Periscope für Android

POWERVOICE_Twitter_Periscope

Der Tag danach …

Am Sonntag wollten wir um 10:00 Uhr starten … und die meisten von uns kamen erst mal zu spät! Das lag aber sicher daran, dass der Abend zuvor einfach nur geil war und wir ein wenig länger brauchten, um unsere Körper in Wallung zu bringen. So interpretiere ich das jetzt mal 🙂
Nach kurzer Zeit waren wir wieder mitten drin im Lernmodus. Wir analysierten unsere Probandenvideos. Spannend, wie jeder von uns seinen eigenen Stil hat. Logisch eigentlich, denn wir sind ja alle ganz verschiedene Typen. Und wie wir unser Probanden einfach nur zutexten mit geballtem Wissen 😉
POWERVOICE hat es eben erklärbar gemacht und es ist toll, wenn man nach dem Prinzip „Ursache und Wirkung“ vorgehen kann. Die Stimme ist das „seelischste Ausdrucksmittel“ und Singen ist reiner Exhibitionismus, somit ist es von Vorteil zu wissen, was man zeigt! 😀

“Tanja ans Piano, du bist Coach, Jasmin, du bist Schülerin” Sie sollte mit Jasmin Trainingstöne am Piano produzieren.
Tanja fand das ganze total aufregend. Das wirkte sich so aus, dass sie etwa 100 Mal auf das eingestrichenen C einhämmerte, während sie Jasmin erklärte, wie die Aufgabe funktioniert. Bei jedem Wort, haute Tanja unbewusst auf die Taste.
Das klang etwa so, „Also“(ding) „Jasmin“(ding) „die“(ding) „Aufgabe“(ding) „ist“(ding)…
Unsere Nerven werden hier auch geschult 😉

Coachen macht einfach Spaß …

Schließlich mussten wir uns alle als Schüler und als Vocalcoach im Wechsel versuchen. Tom hatte zuerst Panik. Wenn er Piano hört, fängt er an zu zittern. Schnell fand er Gefallen daran auf den Tasten rumzuhämmern, wären da nicht die schwarzen Tasten. Die weißen Tasten „C,D,E,F,G,A,H“ machen für Tom absolut Sinn, die schwarzen hingegen sind irgendwie überflüssig, da sie beim Spielen irgendwie stören. Tom hat seine eigenen Vorstellungen von so manchen Sachen und wir sind froh über seine Art, die uns immer wieder zum Lachen bringt.

Tom und die bösen schwarzen Tasten …

Die weißen Tasten gefallen Tom besser …

Ramona erklärt mit die Atmung

… und wer nicht versteht, darf fühlen 🙂

Andrés gab uns noch eine Kurzvortrag über den Quintenzirkel und seine Wichtigkeit in der Musik. In der nächsten Ausbildungseinheit gehen wir das Thema intensiver an. Drauf freuen wir uns schon.

Ob Unterspanner, oder Überspanner, es ist spannend, was man alles mit seinem Schüler machen kann, so dass die Töne sich in eine ökonomische, flexible, aber stabile Richtung lenken lassen – faszinierend 😀 Wir werden immer sicherer und können immer besser analysieren und coachen.
Die Ausbildungseinheit war wieder mal echt super, lehrreich und hat enormen Spass gemacht. Die nächsten Einheiten werden aller Voraussicht nach nicht weniger intensiv werden, da bin ich mir sicher. Jetzt heißt es ab nach Hause und mit unseren Probanden weiter üben.

Es gibt viel zu tun, packen wir´s an!

Wir wünschen euch schöne Weihnachten!

Ich freu mich auf die dritte Ausbildungseinheit im Januar 2016
Euch wünsche ich eine gute Zeit und „Frohe Festtage“.

Auf ein 2016 voller Frieden and remember: Make love, not war!

Randnotiz: Warum ich eigentlich Giotto heiße? A.) Ich bin Italiener  B.) weil ich süss bin und C.) weil Marion mir diesen Namen gegeben hat 😉 Ich bin gerne ein Giotto oder Raffaello oder Ferrero Rocher. Hauptsache: Süss!!

Bis im neuen Jahr,
euer “Giotto” Ricola Toblerone Gianni

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Gianni Pontillo

Hi Leute, freut mich sehr, euch hier zu begrüßen. Ich bin Auszubildender Vocal Coach bei POWERVOICE. Unsere Ausbildung geht bis April 2016, ihr werdet also immer wieder mal von mir hören. Musik ist mein Leben, Singen meine große Leidenschaft. Angefangen habe ich mit sieben Jahren, damals war ich von Italo-Songs sehr angetan. Mit 16 fühlte ich mich zur Rockmusik hingezogen und seitdem bin ich Rock/Metal Sänger, der jedoch auch den Blues über alles liebt. Ich bin der Meinung, dass jeder singen kann und dass jeder Großes erreichen kann, wenn er die richtige Technik beherrscht und den notwendigen Ehrgeiz hat. Singen ist Leistungssport... Mein Motto ist: Lass dich niemals unterkriegen, geh deinen Weg, sei offen und kreativ. Nimm soviel du kannst aus Lob und Kritik mit, denn nur so wirst du dich selber finden und einzigartig sein. Das Wichtigste bei alledem aber ist: HABE SPAß!!! In dem Sinne: Wir sehen und hören uns - irgendwann, irgendwo! Euer Gianni

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