Ausbildung zum Vocalcoach – vierte Ausbildungseinheit

Ausbildung zum Vocalcoach – vierte Ausbildungseinheit

Ausbildung zum Vocalcoach – vierte Ausbildungseinheit

Zwischen epileptischen Giraffen, Baggerschaufeln und Balladen

Moin, moin! Wer hat an der Uhr gedreht? Ein mal mit dem Finger geschnippt und schon finden wir uns in der 4. Einheit der Ausbildung zum Vocalcoach wieder. Unfassbar, dass schon wieder ein Monat um ist. Warum wir uns in den kommenden drei Tagen zwischen epileptischen Giraffen, Baggerschaufeln und Balladen bewegen, lest Ihr hier!

Freitag, 06.02.2015, 11 Uhr MEZ.

Feststellung bei der Ankunft: Unsere so homogen zusammengewachsene Gruppe ist geschrumpft! Dieses mal können leider ein Viertel der CIAs (Coach in Ausbildung) nicht dabei sein, was sich zu Beginn etwas auf die Stimmung niederschlägt. Andrés als Leitwolf, Marion als gute Fee und wir, die im Dunkeln tappenden Jungen. Trotz der Lage und der Tatsache, dass ein paar vor Müdigkeit ein leichtes Formtief haben, gelingt es Andrés uns da heraus zu holen…. Vorerst!

Einsteins Relativitästheorie schlägt in der Ausbildung zum Vocalcoach voll zu. Wir starten wie immer mit einer Feedbackrunde. Diese  zeigt, dass alle nach der weihnachtlichen Plätzchenpause wieder hochmotiviert weitergearbeitet haben. Wir stellen fest, dass Probanden auch „nur“ Menschen sind und manchmal ein Eigenleben oder besser ein eigenes Leben führen; was bedeutet, sie kommen einem auch gerne mal kurzfristig abhanden und damit auch die ein oder andere geplante Übungsstunde für uns. Schon in der Feedbackrunde sehen wir uns jäh wieder in der POWERVOICE-Praxis angekommen. Kelit berichtet von ihren Versuchen einer Probandin die Kopfstimme zu vermitteln und war am Ende ratlos.

Den Zustand können wir reihum sehr gut nachvollziehen. Also ab ans Keyboard mit Kelit und Tanja wird kurzerhand zum „Probanden” ernannt. Und siehe da: Dank des flexiblen Einsatzes von Andrés und dem Theraband, haben wir unser erstes Aha-Erlebnis des Wochenendes. Tanjas Ansatz in ihren Aussagen klarer zu werden und selbstbewusster zu wirken endet schon in der Feedbackrunde mit Martins Hinweis, dass er sich sehr an Piet Klocke erinnert fühlt; der Erfinder des nicht zu Ende gesprochenen Satzes. Was soll ich sagen: Wir sind halt ehrlich miteinander.

Nach der Feedbackrunde wird gearbeitet! Programmpunkt eins: Trainingstöne! Und siehe da: LIMBO! Es hat sich viel getan. Die Trainingstöne füllen sich langsam mit Ökonomie, einer der wichtigsten Grundlagen bei POWEROICE. Zufrieden ging es in die wohlverdiente Pause, die bei uns ein sattes Mittagstief hinterließ! Die Stimmung war…. Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen?! Hilft ja nichts, Jammern auf hohem Niveau muss vertagt werden! Also Zettelchen gezogen und eine 30 minütige Unterrichtseinheit mit dem Zugelosten unter Aufsicht verbracht. Puh!!!! Außer dem, was es dem Schüler zu vermitteln gilt, gibt es soviel zu beachten: Ganz wichtig LOBEN und den Schüler nicht aus den Augen verlieren, auch wenn die Technik just in dem Moment Ihres Einsatzes andere Pläne hat, beim Probecoach vor lauter „Panik“ das Deo versagt und Einsteins Relativitätstheorie erneut zuschlägt: Habt Ihr eine Ahnung wie lang sich 30 Minuten anfühlen können? In dem Fall länger als die vergangenen 4 Wochen!

Der Tag fand seinen Abschluss darin, dass es für uns noch mal ab auf die Bühne ging. Unsere Fortschritte sind deutlich zu sehen, also zu hören! Tanja begibt sich aus dem Tal „Der Königin unter den Seuslerinnen“ (Zitat Andrés) heraus und Kerstin flashed uns mit ihrer unfassbar berührend gesungenen Ballade. Es macht Spaß zu sehen, wie wir uns alle im Laufe dieser Ausbildung gesanglich weiter entwickeln. Das sind immer ganz besondere Momente für uns, die den Feierabend krönen und wohlverdient machen!

Samstag, 07.02.2015, 11 Uhr MEZ.

Samstag ist der längste Tag an einem CIA Wochenende, aber auch der Tag, an dem alle auf dem Zenit ihrer Leistung stehen. Wir haben uns von der teilweise sehr langen  Anfahrt erholt, sind ausgeschlafen und bereit uns in die Fluten des von Andrés erzeugten Tsunamis der Sangeskunst zu stürzen. Wissbegierig starten wir mit dem Handout zum Thema Sängeranalyse.
Inhalt: Was gibt es zu beachten? Wie betritt der/die Sänger/in die Bühne? Wie wirkt er/sie? Wie ist die Atmung? Intonation? Wurde der Song verstanden? Und gefühlte 3 Millionen weitere Faktoren, die zu beachten sind. Dazu kommt erneut der Trainingston, sowie weitere Übungen und Kompensationstechniken. Wie kann man helfen wenn sich jemand auf der Bühne wie eine epileptische Giraffe bewegt? Passen die aus der längst vergessen Crossover Bewegung entstanden „Baggerschaufell Bewegungen“ der Arme zu einer Ballade? Und wenn ja, warum NICHT?!!!!! Visualisierungen von Tönen etc…. Straffes Programm! Singe eine Tonfolge und zeige sie mit der Hand in den verschiedenen Höhen an. Es ist irgendwie witzig zu sehen, wie man sich irren kann. Andrés spielt die  Töne, die von dem einzelnen CIA angezeigt werden, nach. Schnell wird aus „Hänschen Klein“ ein neuer „Smashhit“ der Einstürzenden Neubauten.

Weiter geht es mit der nächsten Sänger Analyse. Kelit singt und Martin……analysiert…..irgendwann…..moment……gaaaannz ……laaangsam und gemächlich. Nur nicht hetzen!!! Hier wird uns wieder bewusst, dass eine schnelle und möglichst positive Reaktion äußerst wichtig sind. Ein Coach muss immer fokussiert bleiben und Motivation ausstrahlen. Wir lernen.

Weiter geht es mit Workshops zu den Themen  Atmung und dem Kehlkopf. Eine Hälfte der Coaches unterrichtet und die andere Hälfte lässt sich unterrichten. Es ist schon eine kleine Prüfungssituation und so kommt der ein oder andere an seine Grenzen. Doch wer Andrés kennt, der weiß, dass er nicht im Stich gelassen wird. Erschöpft beenden wir den Unterricht für heute und bereiten die Academy für die Open Stage vor. Aufgabe an die CIAs: Performed was das Zeug hält und schaut euch die anderen Sänger an. Und wieder: LIMBO!!! Alle CIAs wachsen über sich hinaus, probieren sich aus und erkunden neue Spheren ihres Horizontes. Entspannt und dennoch erschöpft schließen wir den Tag ab.

Sonntag, 07.02.2015, 11 Uhr MEZ.

In den Sonntag starten wir zunächst mit einer fröhlichen und gelassenen Feedbackrunde zur Open Stage. Fazit: Andrés ist sehr zufrieden mit unserer Leistung und begeistert von der Entwicklung, die so mancher CIA in dieser doch recht kurzen Zeit, gemacht hat. Verborgene Talente  offenbaren sich.

Wir analysieren eine  fremde  Sängerin, die uns in der Academy besuchte, mit Hilfe des Handouts als Guideline. Es macht allen sichtlich viel Spaß die sympathische  Frau  mit ihrer interessanten und leicht kaputten Stimme zu analysieren. Sie erinnert ein wenig an Janis Joplin.

Anfangs wirkt sie recht angespannt und unsicher. Logisch! Doch willst Du wirklich beim Singen überzeugen, dann lege einen “Striptease” hin! Natürlich nur metaphorisch gesprochen. Irgendwo zwischen Bescheidenheit und gesunder Arroganz liegt das gesunde Maß, das unter anderem, eine gute Performance ausmacht. Keine Panik wir suchen auch noch!  Und die mega Portion an Gefühl nicht zu vergessen. Authenzität…ok, ich schweife ab. Nach und nach tritt ein spürbarer Zustand der Entspannung bei unserem Gast ein. Hätte mich auch gewundert, wenn wir das nicht geschafft hätten!

Weiter geht’s mit dem letzten Workshop zum Thema Kopfresonanzräume. Wir lernen, dass es im Rachen eine „matschige“ Masse gibt. Moment….“matschige“ Masse? Schon interessant auf was für Bezeichnungen ein CIA in der Not bzw. mit ausgeprägter Wortfindungsstörung kommt. Andrés Blick in diesem Moment ist Millionen wert. Gemeint ist der hintere weiche Teil des Rachens, der in den festen Teil, dem Gaumen übergeht. Sinn dabei ist es den Unterschied der Schallwellenweiterleitung zwischen “fester” und “weicher” Masse/Fläche zu verdeutlichen. Bildlich, plakative Beispiele findet man im Vergleich zwischen einem leeren und einem gefüllten Raum. Ein nackter Boden leitet den Schall besser, als einer ein mit Teppich belegter Boden. Oder unser Versuch mit den Weingläsern und der Gitarre. Die harten Weingläser auf der Gitarre gestellt bieten weitere Resonanzräume und verstärken den Sound. Legt man jedoch etwas Weiches zwischen der Gitarre und den Gläsern, bleibt der Effekt aus. Probiert es mal aus!

Mittlerweile ist es spät nachmittags und die Energie der CIAs ist im Nirvana verschwunden. Frei nach dem Motto „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“, muss Andrés erkennen das wir am Ende unserer Power sind und entlässt uns in den Feierabend! Da wir inzwischen ja so herzig miteinander sind, darf die umarmende Abschiedszeremonie nicht fehlen. Heute liegt allerdings etwas Melancholie in der Luft, da uns bewusst wird, dass wir nur noch zweimal auf einander treffen werden. Da die beiden verbleibenden zwei Ausbildungseinheiten jeweils eine Woche gehen, ist uns der größte Spaß in dieser emotionalen Achterbahn POWERVOICE sicher 🙂

Übrigens, wer bei unserer Open Stage mal dabei sein möchte, sehr gerne!
Wann: Samstag, 07. März
OpenDoors: 19:00 Uhr

Vielleicht sehen und hören uns, bis spätestens im März, hab eine tolle Zeit! LIMBO!

Eure Peggy :)

 

 

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Peggy Kircheis

Hi, ich bin Peggy von den Erzmountains, blond und im Sommermonat August geboren. Mein Lebensbarometer schlägt stark in Richtung Optimismus aus, so dass mein unmittelbares Umfeld schon mal der Verzweiflung nahe ist. Ich liebe es Bäume zu umarmen, bin in stillen Momenten leise und habe keine emotionale Bindung zu meinem Schuhschrank. Am liebsten Lache ich über mich selbst – das zieht sich in die Länge und kann Stunden dauern. Und zu letzt, bin ich davon überzeugt, dass jeder, der den Weg seines Bauchgefühls geht, immer in die richtige Richtung läuft. Start walking!

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