
Ausbildung zum Vocal Coach: Azubi-Blog Teil 5/6 – 06.03.- 08.03.2026
Hallo ihr Lieben,
es ist wieder soweit: Ein weiteres Ausbildungswochenende liegt hinter uns und ich darf euch mit hinter die Kulissen nehmen. Drei Tage voller Musik, Aha-Momente, Lachen und einer Menge neuer Erkenntnisse darüber, was unsere Stimmen können und manchmal auch einfach (noch) nicht umsetzen können. Also: Grab a coffee (oder Espresso, meine bevorzugte Variante), zurücklehnen und willkommen zum vorletzten Kapitel von „The Road to Vocal Coach“. Endspurt!
Donnerstag: Wiedersehen, Musik und einfach eine gute Zeit.
Für einen kleinen Teil des Rudels begann das Wochenende schon am Donnerstag. Verena, Hanni und ich haben uns am späten Nachmittag getroffen, später kam noch Jupp dazu. Wir sind die Show schon einmal grob durchgegangen, haben im blauen Raum gesungen und eine gute Zeit miteinander verbracht.
Und irgendwie sind genau diese Momente jedes Mal wieder besonders. Nach einem Monat seine Gruppe wiederzusehen, sich auszutauschen über alles, was in der Zwischenzeit passiert ist, und dann ganz selbstverständlich wieder gemeinsam Musik zu machen. Als wäre gar keine Zeit vergangen. Es sind diese kleinen Augenblicke zwischen den eigentlichen Programmpunkten, die hängen bleiben: ein paar Songs im blauen Raum, Gespräche über Musik, über das Leben und manchmal einfach gemeinsames Lachen.
Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Musik, gemeinsamen Erfahrungen und der gleichen Leidenschaft, die diese Ausbildung zu, Vocal Coach so besonders macht.
Und irgendwann merkt man, dass wir mehr sind als eine Ausbildungsgruppe. Über die Monate ist da etwas gewachsen, ganz leise und ohne dass man es bewusst geplant hätte. Trotzdem wir unterschiedliche Geschichten und Stimmen haben, zu verschiedenen Persönlichkeiten gereift sind, ist etwas Gemeinsames entstanden, weil im Herzen eine Verbindung da ist, die mit jeder Ausbildungseinheit gewachsen ist.
Freitag, Trainingstöne, Konsonanten und eine Menge „Ääääää“
Der Freitag startete technisch. Aber genau das gehört auch zur Ausbildung zum Vocal Coach dazu. Trainingstöne nach der POWERVOICE-Methode.
Trainingstöne sind im Kern metallisch strahlende, kernige Töne, die stark nach vorne resonieren. Ziel ist ein Klang, der kraftvoll ist, aber erstaunlich wenig Kraft kostet. Der Trick dabei liegt in einer guten Grundspannung, im Körper und explizit im Gesicht. Ja, richtig gelesen. Die Gesichtsmuskulatur, die beim klassischen Gesang locker sein soll, wird bei uns gespannt, um spannende, obertonreiche Töne zu produzieren. Die Trainingstöne haben einen kernigen Sound, der jedoch immer unter dem Gesetz Ökonomie steht. Spannung bei gleichzeitiger Flexibilität. Ich könnte jetzt eine Abhandlung darüber schreiben, aber man muss den Sound erlebt haben, um den Satz zu verstehen:
POWER IS NOTHING WITHOUT CONTROL!
Ein ganz wichtiger Punkt dabei ist der kontrollierte Luftstrom. Die Luft soll nicht explosionsartig entweichen, sondern ruhig und kontrolliert fließen, eben ökonomisch. So viel Energie wie nötig, so wenig wie möglich!
Ich erspare dir die Übungen zu beschrieben, sie waren begleitet von Lach-Flashs! Wir haben uns quasi gar nicht eingekriegt, inkl. daraus resultierenden Bauchschmerzen.
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Kickerturnier und Grillen
Am Abend ging es dann in die gemütlichere, aber nicht weniger spannende Phase des Tages. Marion und Andrés hatten uns zum Grillen, Kickern und Fußballgucken eingeladen. Und was soll ich sagen: Beim Kickerturnier hatten Marion und ich einen ziemlich guten Lauf. Am Ende haben wir das Turnier tatsächlich gewonnen. Wo der Sportsänger alias Andrés am Ende mit seiner Spielpartnerin landete möchte ich hier dezent verschweigen …
So oder so: Es war ein wirklich schöner Abschluss für den ersten „richtigen“ Tag des Wochenendes, den wir, die nicht so sehr an Bayern München Interessierten zwei Stockwerke höher im Azubi Appartement ausklingen ließen.
Samstag, Frank, Coaching und ein Schreckmoment
Am Samstag bekamen wir Besuch von unserem liebsten „Versuchskaninchen“: Frankie. Frank ist ein ganz besonderer Mensch, mit einer unglaublichen Energie und Power und ab Mai 2026 in der Sängerausbildung bei POWERVOICE.
Großes Herz, leidenschaftlicher Musiker und jemand, bei dem man sich beim Zuschauen automatisch Energie abguckt. Frank performte einen Song seiner Wahl und danach ging es direkt in die Analyse.
Diesmal arbeiteten wir mit einem Fragenkatalog, der uns als angehenden Coaches hilft, Sänger ganzheitlich zu analysieren, nicht nur stimmlich, sondern auch das Verhalten vor, während und nach der Performance. Ein hilfreiches, unterstützendes Werkzeug für unsere zukünftige Arbeit als Coaches, in der Analyse von Sänger:innen Frank war sichtlich dankbar, diese Methode noch näher kennenzulernen und ging mit einem Lächeln in die Pause.
Show-Vorbereitung mit Drama
Am Nachmittag ging es weiter mit den Vorbereitungen für die MUSIC NIGHT. Gemeinsam mit Andrés und Marion wurde gebrainstormt. Ideen wurden gesammelt, nicht brauchbares verworfen und dann ein Ganzes zusammengesetzt.
Frankie war mit einem großen Part eingebunden. Seine Rolle war die zentrale in der Performance.
Und dann kam er, der Moment, der sich anfühlte wie eine Szene aus einem schlechten Film.
Kurz vor Beginn sollte noch ein Utensil auf einer der Boxen platziert werden. Hanni kam nicht richtig an die 2 m hohe Box, also sprang Frank ein, um zu helfen. Dann ging alles sehr schnell. Frank verdrehte sich plötzlich das Knie, sackte zusammen und lag mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden.
Aufstehen? Kaum möglich. Kurz gesagt: Unser Plan war in diesem Moment ziemlich … sagen wir mal … im Ar ….
Frank beschloss die fast 400 km nach Hause zu fahren, um das Knie auszukurieren, also hieß es: Improvisieren.
Wir bauten die Show kurzerhand um, verteilten Rollen neu und suchten nach Lösungen. Zum Glück kam Matthias aus der aktuellen Sängerausbildung vorbei, um uns beim Licht zu unterstützen. Wir konnten wir ihn für einen wichtigen Moderationspart gewinnen. Danke, lieber Matthias, das hast du klasse hinbekommen!
Mit Teamwork, Spontanität und einer guten Portion Improvisation, schafften wir es tatsächlich eine komplett neue Show auf die Bühne zu bringen. Am Ende war die Hütte voll, die Stimmung richtig gut und wir haben es geschafft, den Laden ordentlich zum Wackeln zu bringen.
122 Dezibel zeigte der Dezibelmesser – Wahnsinn!
Vielleicht war aber genau etwas anderes der schönste Moment des Abends: Zu merken, dass wir uns gegenseitig tragen können, wenn plötzlich alles anders läuft als geplant. Jeder sprang ein, jeder unterstützte den anderen und am Ende stand die Show so, als hätten wir das alles genauso geplant.
Es ist wirklich extrem toll zu sehen, wie sich jeder Einzelne in dieser Gruppe in den letzten Monaten weiterentwickelt hat. An dieser Stelle ganz liebe Grüße und die besten Wünsch an dich, Frankie.
Wir wünschen dir schnelle und vollständige Genesung und freuen uns alle darauf, dich bald wieder auf der Bühne zu sehen. Du bist ein zäher Hund und wirst deinem Knie die Meinung gesagt haben!
Und ein riesiges Dankeschön nochmal an Matthias. Ohne deine spontane Hilfe wären wir an diesem Abend ziemlich aufgeschmissen gewesen. Chapeau!
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Sonntag, Analyse und ein bisschen „Apnoe-Training“
Der Sonntag begann traditionell mit der Analyse der MUSIC NIGHT.
Wir gaben uns gegenseitig Feedback, sprachen darüber, was gut funktioniert hat und an welchen Stellen man stimmlich oder performancetechnisch noch arbeiten kann. Wie immer lernten wir extrem viel daraus und das Lachen kam nicht zu kurz.
Studiotime
Am Nachmittag ging es dann ins Studio. Unsere Aufgabe: Eine Gesangsübung aufnehmen, die von tief bis hoch durch die jeweilige individuelle Range der Sängerinnen und Sänger führt. Dabei mussten wir auf mehrere Dinge gleichzeitig achten:
- richtige Atemtechnik
- kontrollierte Luftabgabe
- Sound nach vorne bringen
- Spannende Töne, durch Spannung im Gesicht
- stabile Töne produzieren
Im Grunde also alles, was wir bei den Trainingstönen gelernt haben, diesmal aber mit der, speziell von Andrés dafür komponierten Melodie und dem Text: „When the last unicorn“.
Ich kann euch sagen: Diese Übung hatte es in sich. Zwischenzeitlich fühlte ich mich wie ein Apnoetaucher, der mit seiner Luft haushalten muss und bloß nicht in Panik geraten darf. Unglaublich anstrengend, körperlich fordernd und gleichzeitig faszinierend, was dabei alles im Körper passiert. Aber genau das sind die Momente, in denen man merkt, wie viel Kontrolle, Technik und Körperarbeit tatsächlich hinter gutem Gesang steckt.
Jeder von uns hat das Studioresultat zur Selbstanalyse geschickt bekommen. Ich kann euch sagen, da waren tolle Sounds dabei, aber auch Töne, die ich so nicht vor hatte zu singen. Ich weiß also wieder mal ganz genau, woran ich zu arbeiten habe!
Ein wieder sehr intensives Ausbildungswochenende ging dann zu Ende, leider viel zu schnell.
Wir haben erneut viel gelernt, unglaublich viel gelacht, improvisiert, analysiert und unsere Stimmen wieder ein Stück besser verstanden. Die Reise zum Vocal Coach geht weiter und ich bin jetzt schon gespannt auf das tatsächlich letzte Kapitel mit dieser phänomenalen Truppe.
Liebe Grüße an dieser Stelle an meine Coach Hasen: Verena, Hanni, Biggi, Jupp, Marco uuuund Felix!
Bis bald, rock on und wie unser kölsche Jung Jupp sagen würde: ‘Lääv di Lääve!”
Daniel
Felix Friedrich
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