Sängerausbildung: Azubi-Blog Teil 3/6 – 12.01. – 13.01.2019

Sängerausbildung: Azubi-Blog Teil 3/6 – 12.01. – 13.01.2019

Ausbildung zum Certified POWERVOICE Singer | Sängerausbildung

Ausbildungseinheit 3/6 vom 12.01. – 13.01.2019

Willkommen zum 3/6 Teil unserer Sängerausbildung

TIPP: Am Ende des Blogs findet ihr unser Video-Tagebuch.

Samstag, Tag 1 Sängerausbildung

Wir schreiben den 30. Januar und ich sitze an Teil 3/6 meines Azubi-Blogs zur Sängerausbildung.

Soeben hat Andrés in unsere Arbeitsgruppe geschrieben, dass uns Sabrina aus privaten Gründen verlassen muss. An der Stelle: Alles Gute Sabrina! Ich würde sagen, die Sängerausbildung ist definitiv nichts für schwache Nerven. Man muss sich verdammt noch mal den Arsch aufreißen und ständig an sich arbeiten, um voran zu kommen. Wir werden ständig nicht nur mit Technik, Interpretation und neuen Erkenntnissen konfrontiert, sondern auch mit uns. Es ist wie eine Ausbildung der Stimme und eine Weiterbildung im Leben. Genau das hatte ich mir gewünscht und es ist manchmal hart, aber unglaublich lehrreich.

Für manche mag dies erschreckend sein, dass man oft über seinen eigenen Schatten springen muss, aber mal ehrlich, wo hat man im Leben die tollsten Ergebnisse feiern können? Ja, genau dann, wenn man Vollgas gegeben hat und man sich mit dem Ergebnis selbst übertroffen hat. Dann ist es ein schönes, befriedigendes Erlebnis.

Ich merke, dass ich so viel aus meinem Umzug in den Norden mitnehme, aber jetzt sollte ich zu den beiden Ausbildungstagen der Sängerausbildung kommen …

Die Hausaufgabe lauteten: Bereite einem Punksong und einen Rocksong vor. Heraus kamen folgende Songs:

  • Anna: Just like a pill, Skater boy
  • Miriam: Dream on (Aerosmith), Punk simple plan
  • Tanja: American Idiot, Bad case of loving you
  • Ilka: Hier kommt Alex, Numb
  • Sabrina: Pulled in the sun, und Cowboysong
  • Chris: American idiot, Kind im Nebel (zur Open Stage sang ich spontan Altes Fieber, damit American Idiot nicht doppelt vorkommt)

Natürlich sprachen wir über unseren ToDo‘s zu Weihnachten. Tanja besuchte gewonnene Freunde aus der Ausbildung zum Vocalcoach ganz im Süden der Republik. Tanja hat ja die Ausbildung zum Certified Vocalcoach im Sommer 2018 absolviert. Das muss eine wahnsinnig geile Gruppendynamik gewesen sein, denn wenn sie davon erzählt, dann glänzen ihre Augen. Ich wünsche mir, dass sich bei uns die gleiche Gruppendynamik entwickelt, wobei die Coachanwärter sehen sich viel öfter, denn dort sind es 26 Ausbildungstage, die die Teilnehmer zusammen haben, dafür haben wir den wertvollen Einzelunterricht in der Sängerausbildung

Sabrina, die die Ausbildungseinheit noch komplett mitgemacht hat, erzählt stolz von ihrem ersten eigenen Song, den Andrés für sie geschrieben hat. Miri besuchte Anna im fernen Wien. Ich war bei der Familie und kündigte meinen Zweitjob, um noch mehr für meine Musik Zeit zu haben. Ilka übt zuhause am neuen Mikrofonstativ und lernt gerade Ukulele.  Ilka, es wäre klasse, wenn du zum Abschlusskonzert auf deiner Ukulele etwas spielen könntest, bspw. „Get the Party Started von P!NK, der kommt mit einem Akkord aus … 

Miriam bereitete ein Referat zum Thema Queen vor. Es ist schon unglaublich, was diese Band um den überragenden Sänger Freddie Mercury geleistet hat.

Folgendes lernten wir Sonntag durch die Open Stage: Kleider machen Leute und sind die halbe Miete für einen spektakulären Auftritt.

Zuvor haben wir aber diverse Spiele gespielt, die uns in eine andere Welt führen sollten. Wir verkleideten uns, um in einer Rolle eine Pressekonferenz zu geben. Jeder stand für eine Partei, die er erfolgreich gegen die anderen Parteien durchzusetzen hatte. Bspw. die Partei, die dafür plädiert, dass jeder glücklich durch die Welt läuft oder so eine absurde Partei, die sich dafür einsetzt, dass in jedem Haushalt eine Kuh lebt, oder auch eine Partei, die das nahe Ende der Welt propagiert … Das war wieder mal eine klasse Erfahrung, da man sich spontan auf die komplett irrsinnigen Argumente seiner Mitstreiter einstellen musste.

Am Abend haben wir uns zur Open Stage herausgeputzt, um dem Thema Punk gerecht zu werden. Tanja sah mit Abstand am punk-rockigsten aus. Respekt meine Liebe. Krasser Style.

Dummerweise hatte ich den gleichen Punksong vorbereitet, wie Tanja: American Idiot. Andrés bat mich spontan einen anderen Song zu singen, dass nicht zweimal der gleiche Song in einem Set auftauchte. Ich entschloss mich „Altes Fieber“ von den Toten Hosen zu singen. Das rechnete mir der Chef hoch an und das machte mich in der Situation ein wenig stolz.

Andrés forderte uns auf mehr Repertoire einzustudieren.  BTW: Lernt ihr jeden Tag einen neuen Song, so habt ihr innerhalb von 30 Tagen 30 Songs gelernt. O. K., es gibt ja auch Menschen, die hart arbeiten müssen und nicht jeden Tag einen Song schaffen, aber wenn du 3 Songs in einer Woche schaffst, dann sind das im Jahr mehr als 150 Songs – krass! 

Die Hausaufgaben in der Ausbildung machen Sinn und wenn man sie sehr ernst nimmt, dann fordert dich das, aber du wirst auch gefördert. Nicht erledigte, oder mit wenig Herz erledigte Hausaufgaben ziehen die Gruppendynamik herunter. Ich will vorankommen, so wie einige meiner Mitstreiter, also sind wir bereit für Veränderungen inkl. Persönlichkeitsentwicklung.

Zurück zur Open Stage: Ich glaube, dass wir alle uns in unserer Verkleidung wohl fühlten und uns viel mehr gehen ließen. Es ist wie beim Karneval/Fasching/Faslam: Du nimmst dir Freiheiten heraus, die du sonst im Leben oder auf der Bühne nicht machen würdet. Warum eigentlich nicht? Es fühlt sich frei und richtig an!

Merke: Nur ein freier Künstler ist ein guter Künstler! 

Open Stage Time:

Rhythmus und Mehrstimmigkeit

Bei den Themen „Rhythmus“ und „Mehrstimmigkeit“ durfte ich Andrés assistieren und dabei merkte ich, dass es ein himmelweiter Unterschied ist Dinge zu wissen oder sie zu vermitteln. Beim Coachen muss man genaue, klare Anweisungen geben, damit mein Gegenüber weiß, was er machen soll. Das muss ich auf jeden Fall auch noch lernen, denn in mir ist der Gedanke eine Ausbildung zum Coach zu machen und spätestens dann werde ich damit konfrontiert.

Wir machten diverse Rhythmusspiele. Ich gebe einem guten Freund selbst Cajon-Unterricht und so waren mir rhythmische Übungen nicht fremd, aber die Idee von Andrés Buchstaben und Zahlen zu verwenden fand ich so klasse, dass ich das in meinen Unterricht einfließen lassen werde.

Ach so, für alle, die nicht wissen, was ein Cajon ist, es ist eine Holzkiste auf die man schlagen kann. Heraus kommen geile Sounds und es ist quasi ein kleines leises Schlagzeug, das ein großes lautes Schlagzeug ersetzt und wesentlich leichter zu transportieren ist als sein großer Bruder. Es kamen aber auch Kongas, Bongos, shake eggs, Schellenkränze und alles was zum schütteln, schlagen, klopfen etc. in Frage kommt.

Ein gutes Rhythmusgefühl ist für einen Sänger mega wichtig und so polieren wir die Instrumente bis die Finger bluten. Was einigen leicht und locker von der Hand geht ist für andere erst einmal eine Herausforderung, aber es wird mit der Zeit immer besser.

Nach der Mittagspause machen wir uns an das Thema Mehrstimmigkeit. Praktischerweise nehmen wir uns den Song von Sabrina vor. Andrés spielt uns den Song erst komplett vor und wir überlegen an welchen Stellen Mehrstimmigkeit Sinn macht. Natürlich steht uns der Boss zur Seite und so finden wir eine richtig gut klingende zweite Stimme und anschließend auch noch eine dritte Stimme hin. Nachdem wir die Mehrstimmigkeit ausreichend geübt haben gehen wir ins Studio und singen die Stimmen ein. Miriam unterstützt dabei Sabrina bei der Leadstimme.

Was nehmen wir aus dem Wochenende mit?

Durch die Verkleidungsarie wurde mir persönlich wieder einmal bewusst, wie wichtig es ist sich nicht so wichtig zu nehmen. Für mich war es zusätzlich ein Glück im Dezember einmal „blind sein zu dürfen“, denn das Leben schenkt uns so viele Erfahrungen, die wir gar nicht alle so richtig wahrnehmen. Als Blinder konnte ich so viele Dinge wahrnehmen, die ich als „Sehender“ nie erlebt hätte! In Kombination mit der Verkleidungserfahrung werde ich versuchen mich zukünftig viel freier auf der Bühne zu bewegen, denn nur wenn ich mich frei fühle kann ich dieses Gefühl an mein Publikum weitergeben. Mein Fokus beginnt sich zu verlagern. Wichtig ist nicht was ich tun möchte, sondern wer ich auf der Bühne bin. Nicht eine Rolle spielen, sondern die Person sein!

Und jetzt? Was mach ich jetzt? Jetzt ist für mich die Zeit gekommen den verdammten Laptop zuzuklappen, das Handy wegzulegen und zu üben.

Ich habe hier das blaue Buch von Andrés liegen, und studiere seine Tipps und Tricks, um zu wachsen. Zudem bekomme ich noch Besuch von einer Sängerin am Nachmittag. Wir proben noch etwas für die nächste Open Stage. Diese Woche gehts ja schließlich wieder zu POWERVOICE, Einheit 4 der Sängerausbildung

Video Tagebuch der Sängerausbildung Teil 3/6

(inkl. Sprungmarken in der Videobeschreibung auf YouTube)

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Wir lesen uns hoffentlich im nächsten Blog wieder. Wenn ich euch etwas mit auf den Weg geben möchte in diesem Artikel, dann das Folgendes: Der Weg zur Freiheit auf der Bühne ist hart, aber geil, also nicht rumheulen, sondern Gas geben, aus den Erfahrungen lernen und sich überraschen lassen, was möglich ist, wenn man annimmt, umsetzt und trainiert …

Bis bald,

euer Chris

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Hallo, mein Name ist Chris, ich bin aus dem Südosten Deutschlands in den Norden gezogen, weil ich einen Mentor für meinen Weg als Sänger suchte und gefunden habe. So kam es dazu: Ich lernte auf einem Fest einen tollen Sänger kennen. Ich interviewte ihn und er sagte, dass seine Stimme einen riesigen Schub bekam, als er Andrés Balhorn kennenlernte und sich von ihm ausbilden ließ. Ich beschloss Andrés Balhorn persönlich kennen zu lernen. Irgendwie fühlte es sich für mich richtig an, für eine Stimmanalyse von 2 Stunden, 1100 km Hin- und Rückfahrt in Kauf zu nehmen. Was würde Andrés zu mir und meiner Stimme sagen, was würde er mir raten, wie schätzt er meine Chancen ein in der Musikwelt bestehen zu können? Ein wenig „DSDS Recall“-, Studio- und Live-Erfahrung bringe ich ja mit. Zu verlieren hatte ich nichts. Was soll ich sagen? Nach der Stimmanalyse meldete ich mich zur Sängerausbildung an und nun bin ich der neue SIA Blogger und freue mich euch in die Ausbildung mitzunehmen!

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