Sängerausbildung: Azubi-Blog Teil 3/6 – 13.07. – 14.07.2019
Ausbildung zum Certified POWERVOICE Singer | Sängerausbildung
Ausbildungseinheit 3/6 vom 13.07. – 14.07.2019
Willkommen zum 3/6 Teil unserer Sängerausbildung
TIPP: Am Ende des Blogs findet ihr unser Video-Tagebuch.
Samstag, Tag 1 Sängerausbildung
Udo Lindenberg! Es gibt wohl kaum jemanden hierzulande, der ihn nicht kennt. Wie er seine vielen Tiefphasen und seinen Alkoholismus überwunden hat, das indessen wissen nicht so viele. Beste Gelegenheit also, die SIA (Sänger in Ausbildung) Crew mit einem kleinen Biographie-Vortrag über die Highlights (und lowlights) aus dem Leben Udo Lindenbergs zu informieren und somit Teil 1 meiner speziellen Hausaufgabe abzuhaken. In 8 Kapiteln von „Ganz unten“ bis „Großes Comeback“ ,vielen Bildern und Videos konnte ich einige Aha-Erlebnisse und Sätze wie „Wusste ich gar nicht, ist ja interessant“ Gemurmel provozieren. Wusstet ihr z. Bsp., dass Udo das Schlagzeug in der Tatort Titelmelodie spielte? Der Auftakt für ein Wochenende mit Udo (und einigen anderen Sachen) war getan.
Vom Leben Udos inspiriert trug dann jeder seine Udo (oder Nena) Nummer vor. Marie mit „99 Luftballons“, ich mit „Cello“ und Nora mit „Rudi Ratlos“. Unvergessen dabei Noras Tangotanzpartnerin, eine lebensgroße Plastikpuppe. Bei den nächsten Darbietungen ging es darum im Song eine kleine Choreographie miteinzubauen, die die anderen leicht lernen konnten. Marie tat dies mit „Price Tag“, Nora mit „Deutschlandlied“ und ich mit „Mambo No 5“.
Doch damit nicht genug, war unsere Aufgabe in der 2. Tageshälfte eine komplette Udo-Lindenberg Rockoper zusammenzustellen! Wow. Angesichts von 2-3 Stunden Zeit und dezimierter SIA Anzahl eine wahre Herausforderung. Glücklicherweise sprang Mike (Michael Ortmüller), ein ehemaliger SIA und CIA (Coach in Ausbildung) spontan ein und mit seinem Erfahrungsschatz und Ideenreichtum unsere Rockoper mitgestalten.
Die grobe Struktur hatte ich entworfen, Marie und Nora füllten das Ganze mit weiteren Ideen und Mike erdachte kurze Sprechansagen, die dann Andrés während des Abends durch sein Mischpultmikrofon machen würde. Es war ein bisschen wie im Rausch, aber nach besagten zweieinhalb Stunden hatten wir tatsächlich ein Stück mit 17 Titeln (!), Texten, Videos und Schauspielszenen zusammen! So richtig proben konnten wir das Stück natürlich nicht, nur die wesentlichen Einstellungen, Mikrophonübergaben und generelle Übergänge – dementsprechend war die Abendshow natürlich nicht perfekt, aber dennoch gelungen!
Man stelle sich vor wir hätten richtig Zeit gehabt … – aber Andrés macht ja bekanntlich nichts ohne Intention … ! So war es eine sehr gute Erfahrung, was man in kurzer Zeit auf die Beine stellen kann und worauf man in Zukunft achten muss. Gerade Übergänge sind sehr wichtig, damit die Zuschauer verstehen, was vor sich geht. Dem Publikum mehr Zeit geben, mehr erklären, was man für selbstverständlich hält, ist nie verkehrt, zumal wir Künstler keine (sichtbaren) Denkblasen haben.
MUSIC NIGHT am Rocklantic der Sängerausbildung
Weitere wichtige Learnings waren: Die Songauswahl ist letztlich zweitrangig, wenn es darum geht eine Story zu entwickeln. Die Story ist wichtig und man kann die Songs immer einbauen, egal um was es geht. Versucht man passende Songs zur Story zu finden, die man vielleicht nicht so gut kann, leidet die Performance-Qualität darunter. Also ist es besser seine „besten Songs“ zu singen, statt Songs auszusuchen, die vermeintlich besser zur Bühnenszene passen. Ebenso sollte man sich die Lockerheit stets erhalten.
Bei so einem Abend geht immer was schief und wenn wir Künstler in der Lage sind das für uns zu nutzen, dann wird das Erlebnis für das Publikum umso ehrlicher, noch mehr live und ganz nah dran. So what? Einfach mit dem Publikum spielen, es einbeziehen und die Fauxpas als gewollte Elemente darstellen. Auch technische Sachen, wie Mikrophonhandling und Übergaben wollen geübt sein. Dass man seine Playbacks gut kennen sollte und generell seine Songs aus dem Schlaf beherrschen sollte, versteht sich da natürlich von selbst.
„Musik ist Hochleistungssport“ sagt Andrés oft. Passend dazu müssen wir natürlich unser Repertoire erweitern. Wir suchten diverse Coverbands heraus und deren Titelliste. Manche Bands haben da mehrere 100 Titel … die mussten alle mal trainiert werden! Die Titel, die immer wieder gespielt werden, müssen wir zumindest alle mal gehört haben und so viele wie möglich uns aneignen, wobei man zu Beginn den Song akribisch kopieren sollte, so gut es eben geht, um den Künstler, seine Art und Ansätze wirklich zu verstehen. Wenn wir dann zu unserer Stimme finden ist es doch immer ein Resultat aus vielen Facetten anderer Künstler, die wir uns angeeignet haben und wir sollen dann unser ganz individuelles Ding daraus machen.
Eine der Lieblingsbands von Michael Jackson war …. Na? Die deutsche Band Kraftwerk und wenn man genau hinhört, dann hat diese Band Michael Jackson in der Schlagwerkabteilung sehr geprägt!
Videoanalyse unserer MUSIC NIGHT
Den Abschluss des Wochenendes bildete ein weiteres Highlight. Die Interpretation Robbie Williams‘ „I will talk and Hollywood will listen“ aus der Royal Albert Hall. Was der Mann innerhalb weniger Sekunden für Gesichtsausdrücke (überheblich-arrogant, ernst, spitzbübisch, dämonisch, stolz) passend zu seinen Textpassagen produzieren kann, ist sensationell. „Das Gesicht ist für den Charakter der Töne verantwortlich“ ein weiterer wichtige Merksatz.
Robbie Williams Analyse in der Sängerausbildung: “I will talk and Hollywood will listen”
Wir müssen noch besser lernen, unsere Darbietung auf der Bühne den richtigen „Ausdruck“ zu verleihen, um wirklich authentisch rüberzukommen, um „eins mit unserem Song“ zu werden und somit als wahrer Künstler angesehen zu werden. Nichts weniger ist unser Anspruch!
Video Tagebuch der Sängerausbildung Teil 3/6
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Und damit verabschiedeten wir uns in den Sommer und kehren Mitte August wieder zurück! Keine Panik auf der Titanic!
Bis dahin,
Orell, alias Dr. Brain
Orell Mielke
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