Teil 5 der Sängerausbildung – 5/6 Ausbildungseinheit 15.09. – 16.09.2018

Teil 5 der Sängerausbildung – 5/6 Ausbildungseinheit 15.09. – 16.09.2018

Ausbildung zum Certified POWERVOICE Singer | Sängerausbildung

Ausbildungseinheit 5/6 vom 15.09. – 16.09.2018

Willkommen zum 5. Teil unserer Sängerausbildung

TIPP: Am Ende des Blogs findet ihr unser Video-Tagebuch.

Samstag, Tag 1 Sängerausbildung

Hallo zusammen, ist doch tatsächlich schon wieder 4 Wochen her, dass ich euch das letzte Mal von unserer Sängerausbildung erzählt habe. Da drehte sich ja alles um das 3. Mini Open Air – Andrés & Friends der Rock´n`Roll Hänger kommt vor Gabis Gasthof. Jetzt ist wieder Alltag eingekehrt. Im Klartext: Theorie, Üben, Üben und natürlich Open Stage. Aber nun mal alles der Reihe nach …

Dieses Wochenende sind wir in kleinerer Besetzung aufgelaufen. Joana und Katy hatten sich schon vor Ausbildungsbeginn für die 5. Einheit der Sängerausbildung frei genommen, da sie wichtige Termine wahrzunehmen haben. 

Wie üblich beginnt der erste Tag mit dem Referat aus der Hausaufgabe. Diesmal hat es Sarah getroffen. War aber, wie ich finde, ein dankbares Thema: The Beatles! Tja, wer kennt sie nicht. Die meisten von euch dürften schon mal irgendwas von den Fab4 gehört haben. Alle 4 sind Liverpooler Kids, die ihre Karriere im Star Club in Hamburg begonnen haben – sozusagen direkt vor unserer Haustür. Es gibt so viel über sie zu sagen, dass die Auswahl für Sarah wohl das größte Problem gewesen sein musste. Sie erzählt uns von den Anfängen in Liverpool und Hamburg über die ersten Hits, die Eroberung der USA im Sturm und die Massenhysterie bis zu den ersten Streitigkeiten untereinander und dem endgültigen Auseinanderbrechen der Gruppe. Aber auch heute, 50 Jahre später, sind sie immer noch da. Und für mich ist das auch gut so; ich höre ihre alten Sachen immer noch gerne (sorry, bin halt nicht mehr der Frischeste…) und die meisten Kritiker sind sich darüber einig, dass die 4 Jungs mit zu dem Einflussreichsten gehören, was die Musikgeschichte hervorgebracht hat.

Genug der Theorie, jetzt ran ans Singen:

Mike beginnt das Beatles-Revival mit einem eher unbekannten Titel: „Act Naturally“ – einer der wenigen Titel, die Ringo als Lead singen durfte. Susanne hat sich für den Klassiker „All My Loving“ entschieden und Sarah singt für uns „Ob-La-Di Ob-La-Da“. Nadja bringt „Penny Lane“ und ich versuche mich an „Girl“. Fünf völlig unterschiedliche Songs, aber jeder auf seine eigene Art einfach nur gut. Na ja, sind halt die Beatles … Und wir haben auch gelernt zu interpretieren, was den Performances das gewisse Extra gibt! 

Den einen oder anderen Song gibt es gleich zweimal zu hören, weil wir bei der Gelegenheit gleich noch ein paar Klassiker aus der Sängerausbildung wiederholen dürfen. So darf auch Susanne noch mal ran. Während sie singt, halten wir anderen abwechselnd Zettel in die Luft mit Stimmungen wie „Spaß“, „Wut“, „Panik“ etc. Susanne soll jetzt ihren Song in der jeweiligen Stimmung interpretieren. Ich muss auch zweimal singen: das zweite Mal auf dem allseits beliebten Wackelbrett – mein erster Versuch war dem Chef zu spannungslos. Bei jedem zweiten Versuch war aber eines erkennbar: er war besser. Also beim nächsten Mal gleich versuchen, daran zu denken. Aber es ist immer so elendig viel, woran man denken muss. Aber wir arbeiten dran, „Andrés: großes Indianer-Ehrenwort!“

Danach ist weiteres Arbeiten an unserer Bühnenpräsenz dran. Paarweise geht es auf die Bühne. Dort dürfen wir eine Konfliktsituation im Dialog durchspielen, z.B. einen Streit ums Geld zwischen 2 langjährigen Geschäftspartnern oder den Streit um Kompetenzen bei der Fusion zwischen 2 Firmen. Erschwert wird das Ganze durch die Regieanweisungen, die Andrés zwischendurch einwirft. Ganz normales Verhalten wird da gefordert, wie z.B. „jetzt singend argumentieren!“, „bitte aggressiver argumentieren!“ oder auch „und jetzt wie 2 Hunde, die aufeinander losgehen!“. Ganz ehrlich, Susanne: du hast mir echt mega Angst gemacht, als du auf den armen Mike losgegangen bist. Ich hätte an seiner Stelle die Flucht ergriffen – einfach grandios das Resultat!!!

Danach darf jeder von uns sich in Windeseile eine neue, möglichst absurde Partei ausdenken und hat dann 60 Sekunden, um eine flammende Rede vor potentiellen Wählern zu halten. Natürlich ist die Kamera wieder am Start. Da entstehen aus dem Nichts tolle Ideen; unter anderem eine Partei, die die Menschheit zum Mars auswandern lassen will oder eine, die für die Schwimmflügelpflicht unter der Dusche plädiert. Danach dürfen wir alle durcheinander reden und das ganze erinnert an manche Nachrichtenbilder aus bevorzugt südamerikanischen Parlamenten, wo man sich beim Austausch von Argumenten schnell mal etwas, sagen wir mal, näher kommt.

Der Tag endet wie immer mit der Vorbereitung der heutigen Open Stage. Andrés schlägt vor, dass wir jeden Song mit einer Geschichte einleiten. Die Geschichte erzählt entweder etwas über den Song oder über unser besonderes Verhältnis zu diesem Song. Allen Geschichten soll aber eins gemeinsam sein: sie sind komplett absurd und allesamt gelogen. Die Aufgabe für uns wird sein, diese Story am Abend glaubhaft zu verkaufen. Susanne etwa wird behaupten, Paul McCartney sei durch eine wahre Geschichte aus der New York Times, die er in einer Hotellobby gelesen hatte, zu dem Song „All my loving“ inspiriert worden. Darin habe ein  Mann seine Frau im gemeinsamen Urlaub umgebracht, weil er mal wissen wolle, wie das Gefühl sei, sie zu vermissen. Und dann schreibt er ihr von zu Hause jeden Tag einen Brief an die Urlaubsadresse. Das Ganze fliegt dann auf, als der Briefkasten überläuft und die Ehefrau unangenehm zu riechen beginnt. Die Story passt auf gruselige Weise gnadenlos gut zum Text: „Close your eyes and I’ll kiss you, tomorow I’ll miss you“ oder „I pretend that I’m kissing the lips I am missing“ oder „and then while I’m away I’ll write home every day and I’ll send all my loving to you“.

Die anderen Geschichten waren ähnlich absurd. Sinn und Zweck der Übung ist, uns zu zeigen, was es bewirkt, wenn wir es schaffen, beim Publikum ein besonderes Interesse an dem zu wecken, was gleich kommen wird.

Und dann ist es kurz nach 20:00 Uhr und wieder einmal heißt es „Hallo Jesteburg, die SIAs freuen sich, euch ihr Programm präsentieren zu dürfen“.

Open Stage Time der Sängerausbildung

Wir starten also mit unseren erfundenen Geschichten und den Songs dazu: „All My Loving“, „When I’m Sixty-Four“, und Girl“ von den Beatles sowie „Santiano“ von Santiano  bilden das erste Set.
Meine Aufgabe war es dann dem Publikum zu sagen: „Eine der Geschichten war erlogen, welche war es?“ Tatsächlich waren 4 von uns so glaubhaft, dass das Publikum sich nur bei einer Geschichte meldete, die sie für unglaubwürdig hielten.

Toll, dass wir diese Aufgabenstellung so glaubhaft rübergebracht haben. Ich habe das Gefühl, dass man uns als Künstler immer ernster nimmt und wir einen der wichtigsten Sätze der Ausbildung so langsam verstehen und umsetzen lernen: „Nehmt euch nicht so wichtig!“

Wir hatten jedenfalls einen Mordsspaß bei unseren Lügengeschichten! Am Ende haben wir dann ja auch zugegeben, dass das alles nicht so ganz wahr ist, was ja, dank Internet, auch leicht zu überprüfen wäre und wir wollen ja auch nicht, dass die Storys auf einmal bei Wikipedia erscheinen.

Das zweite Set besteht aus „While My Guitar Gently Weeps – The Beatles“ (Susanne), Ob-La-Di Ob-La-Da – The Beatles (Sarah), „I Told You I Was Mean – Elle King“ (Nadja), „Ein Bett im Kornfeld – Jürgen Drews“ (hab ich selbst verbrochen) und „Act Naturally – The Beatles“ (Mike). Und dann ist die Bühne wieder für alle offen. Toll, was ihr dann wieder auf die Bühne bringt; macht einfach Spaß dabei zu sein und das miterleben zu dürfen. Viel zu schnell ist es schon wieder so weit: Marion holt uns SIA´s auf die Bühne und mit Tina Turners „Proud Mary“ wird der Abend beendet. Nicht ganz, das Schlusswort hat Andrés mit seinem speziellen Satz: „Schön, dass ihr jetzt alle gleich weg seid“, oder so ähnlich. 

Sonntag, Tag 2 Sängerausbildung

Heute ist unsere Gruppe nochmal geschrumpft; Sarah muss wegen eines wichtigen Termins schon am Sonntag aufbrechen. An der Stelle: Ganz viel Kraft, liebe Sarah!!

Der Rest der Gruppe analysiert zunächst einmal wieder die gestrigen Auftritte auf der Open Stage. Danach ist Praxis angesagt. Anhand eines kleinen Songs über ein Einhorns trainiert  Andrés mit uns Atmung, Töne mit Grip zu singen und dieselben zu halten – und das bitte möglichst alles gleichzeitig. Und wenn das dann endlich so ungefähr hinhaut, dann bitte das Ganze noch einen halben Ton höher – und noch einen – und noch einen …

Danach machen wir etwas ganz Neues. Wir schreiben mal so eben einen Song!! Ja, das geht tatsächlich. Susanne und Nadja bilden eine Gruppe und Mike und ich die zweite. Andrés bietet uns mehrere Arrangements zur Auswahl an. Die Mädels entscheiden sich für etwas in Richtung Blues; Mike und ich wählen für uns etwas rockigeres.

Dann fängt die eigentliche Arbeit an. Zuerst versuchen wir den Song in Intro, Strophe und Refrain zu untergliedern. Das ist schon mal gar nicht so simpel. Irgendwann haben wir es dann aber. Nächster Schritt: komponiere Melodie. Mit „mhm, mhm, mhm“ und „ta, da, da“ finden wir nach und nach unsere Melodie für Strophen und Refrain. Dann noch den Text drauf und fertig ist das gute Stück.

Ganz ehrlich: das war deutlich schwieriger als ich es hier klingen lasse. Es ist auch bestimmt nichts, was uns einen Grammy einbringen wird. Aber darum geht es auch nicht. Erstens: wir haben es in 120 Minuten tatsächlich hinbekommen, einen fertigen Song zu „schreiben“. Hätte ich nie gedacht. Aber zusammen mit Mike geht es tatsächlich. Zweitens: zumindest in unseren Ohren klingt das gar nicht so schlecht. Und drittens: wir haben viel Spaß dabei. Es ist ein tolles Gefühl einen eigenen Song zu schreiben und es macht uns auch ein wenig stolz! 

Zum krönenden Abschluss dürfen wir dann noch den eben frisch entstandenen Song im Studio einsingen. Mike fängt an und ich singe dann die zweite Spur. Dann zaubert Andrés noch an seinem Mischpult und fertig ist unser erster selbstgeschriebener Song.

Die Mädels haben ihren Song ebenfalls eingesungen und so können wir uns zusammen noch einmal unsere Ergebnisse anhören. Damit ist das fünfte und wieder einmal ein grandioses Ausbildungswochenende vorbei.

Samstag, 13. Oktober Abschlusskonzert der Certified POWERVOICE Singers

Ihr seid alle eingeladen mit uns zu feiern! Alle Infos findet ihr in unserer Facebook-Veranstaltung.

Video Tagebuch der Sängerausbildung Teil 5/6

(inkl. Sprungmarken in der Videobeschreibung auf YouTube)

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Das nächste Mal sehen wir euch am 13. Oktober – das ist dann schon unser Abschlusskonzert. Ich hoffe, dass wir euch in großer Zahl begrüßen können. Wir freuen uns auf euch …

Bis zum nächsten Blog,

Stefan

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Stefan Lorenzen

Sänger in Ausbildung bei POWERVOICE
Moin zusammen, ich bin Stefan und ein ziemlich bodenständiges norddeutsches Gewächs. Ich wurde vor mittlerweile fast 60 Jahren in der schönen Kleinstadt Kappeln an der Schlei geboren. Abgesehen von der Bundeswehrzeit bin ich immer irgendwo in Schleswig-Holstein geblieben. Musik war schon immer Teil meines Leben, allerdings mehr so als passiver Genießer. Vor allem die späten 60iger und frühen 70iger haben es mir angetan. Damit bin ich halt groß geworden. Und natürlich Bruce Springsteen, der Boss geht immer. Ohne was Anständiges auf den Ohren ist das irgendwie alles nix... Mit dem selber Singen hatte ich bis letztes Jahr im Oktober nicht viel am Hut. Dann gab es eine Woche Workshop auf Mallorca (Urlaub + Musik = kann nicht schlecht sein). Tja, war nicht nur nicht schlecht, sondern richtig gut, deshalb bin ich jetzt hier. Ich werde euch das nächste halbe Jahr über unsere Fortschritte und Highlights der Ausbildung auf dem laufenden halten.

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