
Sängerausbildung: Azubi-Blog Teil 6/6 – 18.10. – 19.10.2025
Ausbildungseinheit 6/6 vom 18.10. – 19.10.2025
Willkommen zum 6/6 Teil unserer Sängerausbildung
Vorwort:
Ich freue mich, dass du noch einmal hier bist! Und damit ein vorerst letztes Mal „Gude“ aus Hanau an dich. 6 Monate Sängerausbildung am Rocklantic liegen nun hinter mir. Kam, wie es so schön heißt, „das Beste zum Schluss“? Was nehme ich aus der Ausbildung mit? Und hat sich die Zeit eigentlich wirklich „gelohnt“? Diese Fragen möchte ich dir gerne auf dem Weg zu meinem letzten Beitrag als Azubi-Blogger beantworten.
Anders als bei den vorherigen Wochenenden, für die wir immer Songs mit bestimmten Themen oder aus bestimmten Musikrichtungen vorbereiten sollten, ging es beim letzten Wochenende darum, unsere individuell besten Songs auf die Bühne zu bringen. Die Idee dahinter war einfach: Jeder von uns sollte die Songs mit dem größtmöglichen Selbstbewusstsein auf die Bühne bringen können, um eine geile Abschlussshow zu schaffen.
Ich war nach dem gelungenen 5. Wochenende sehr motiviert und hatte recht schnell für mich eine Auswahl getroffen. Nach kurzem Check mit Andrés, der mich nochmal an eine wichtige Grundidee erinnerte – der Song muss dem Publikum gefallen – standen meine Songs fest: „Y.M.C.A.“ von den Village People, „Country Roads“ in der Hermes House Band Version, „How Much Is The Fish“ von Scooter und „Perfect“ von Ed Sheeran.
Durch persönliche Themen war die Zeit zum Üben diesmal so kurz wie noch vor keinem anderen Wochenende. Aber ich nutzte dieses Mal zumindest das im Laufe der Sängerausbildung für mich entdeckte „Singen mit Vollgas beim Autofahren“. Vollgas bezieht sich an der Stelle natürlich nicht auf meinen Fahrstil.
Eher, einfach mal befreit „rauszuhauen“ ohne mir großartige Gedanken zu machen. Dabei stellte ich jetzt jedes Mal fest, das sich etwas bei mir grundsätzlich durch die Ausbildung geändert hat. Vorher war Üben/Singen für mich immer mit meiner eigenen Bewertung verbunden, die mich vor allem kritisiert hat. „Die Töne schaffst du noch nicht“, „das klingt noch nicht so toll wie bei XY“. Heute fühle ich mich nach jedem Singen befreiter, entspannter, Singen macht einfach nur Spaß.
Highlight vor dem Abschlusswochenende
Ein kleines Highlight, also Übung der etwas anderen Art, gab es für mich kurz vor dem Abschlusswochenende doch noch. Auf der Arbeit wollten wir für eine Kollegin ein Video zu deren Firmenjubiläum drehen. Ich schlug vor, einen Song selbst zu schreiben und hatte dann natürlich auch die Aufgabe die Aufnahme so zu arrangieren, dass auf dem Video auch echte Freude spürbar sein würde. Und das hat einfach bombenmäßig funktioniert, weil ich ganz viele Dinge aus der Ausbildung anwenden konnte. Ich stellte z.B. eine Präsentation mit Bildern zusammen, die den Songtext passend untermalten. Die ließen wir während des Songs auf einem Bildschirm mitlaufen. Für die Aufnahme musste ich den anderen Kollegen dann erstmal den Song vorspielen und wir musste ihn gemeinsam einstudieren. Dann kamen zwar die „typischen“ Aussagen wie „ich kann das ja gar nicht“, „ich habe kein Rhythmusgefühl“, aber ich konnte ganz schnell den Fokus darauf lenken, dass es nicht um Perfektion, sondern den Spaß und das Gefühl für unsere Kollegin geht. Und es war so schön zu sehen, wie schnell alle den Song aus vollem Herzen mitsangen, sich bewegten und dazu klatschten. Ich freue mich jetzt schon auf die Reaktion der Kollegin, für die wir den Song aufgenommen haben. Und für mich selber war im Nachhinein nochmal toll zu merken, wieviel Lockerheit und auch Sicherheit ich schon durch die Ausbildung gewonnen hatte.
Es geht los
Mit diesem Gefühl fuhr ich also nach Hollenstedt. Dieses Mal schon am Donnerstag, da wir für das letzte Wochenende einen etwas anderen Zeitplan hatten. Am Donnerstag Einzelcoachings und den Freitag als einen extra Tag um die Abschlussshow vorzubereiten. Dann müsste das doch alles viel entspannter gewesen sein, denkst du dir vielleicht? Eine Sache war am letzten Wochenende aber auch wieder gleich: Tatjana, Dirk und ich würden nur zu Dritt die Show rocken. Das fühlte sich inzwischen schon normal und passend an, da wir eh die Hälfte aller Shows zu Dritt gemacht hatten, aber immer mit ganz lieben Ehemaligen, die uns zur Seite standen und uns beim Konzert musikalisch unterstützt haben.
Einzelcoaching
Zum Start ins Einzelcoaching hatte Andrés auch direkt wieder eine tolle Idee, wie wir die Show noch etwas ausbauen konnten. Aus der vorherigen Runde der Sängerausbildung wollten alle zum Abschlusskonzert kommen und jeder sollte auch nochmal die Gelegenheit für einen Song bekommen. Das fühlte sich passend an, da fast alle schon bei vorherigen Shows „ausgeholfen“ hatten und jedes Mal eine coole Stimmung herrschte.
Anschließend arbeiteten wir natürlich auch noch an meinen Songs und ich war wieder erstaunt, wieviel Neues mir Andrés für die Songs noch mitgeben konnte, an denen wir ja auch vorher schon mal gearbeitet hatten. „Country Roads“ wollte ich zwar in der Hermes House Band Version machen, Andrés ließ mich aber trotzdem dazu Akustikgitarre spielen und ich konnte zum ersten Mal ein Headset Mikrofon ausprobieren. Dann arbeiteten wir daran, wie ich auch mit Gitarre Bühnenpräsenz bekommen kann. Diese Sequenz ist für mich im Nachhinein total Augen öffnend gewesen, da hier ganz viele Dinge zusammenkamen, an denen wir auch in vorherigen Einzelcoachings schon gearbeitet hatten.
Singen braucht Spannung im Körper, vor allem in den Höhen – dafür hatte mir Andrés unterschiedliche Möglichkeiten gezeigt und ich hatte bisher oft versucht, mich beim Singen auf die Spannung zu fokussieren. Statt das hier zu tun, half mir Andrés, den Song zu „leben“ statt ihn zu nur zu singen – ein anderer Punkt, den ich bisher bei jedem Coaching hatte. Was das heißt, kann ich gar nicht so leicht in Worte fassen. Den Rhythmus der Musik fühlen und mich dazu bewegen und irgendwie kam der Rest dann von ganz alleine! Und es machte auf einmal nochmal viel mehr Spaß!
Wir arbeiteten außerdem noch intensiv an „Perfect“ und hier konnte mir Andrés nochmal neue Ideen mitgeben, was es heißt, nicht nur im Gesang Gefühl zu transportieren, sondern auch mit meinem Gitarrenspiel. Wie bei „Country Roads“ merkte ich hier auch, dass die Arbeit aus den vorherigen Einzelcoachings zusammenkam und ich Anregungen von Andrés sehr schnell umsetzen konnte. Für mich ist eine Sache nun auch besonders klar geworden: Ich hatte (und habe) oft eine Vorstellung davon, wobei ich Hilfe haben wollte, um aus meiner Sicht ein toller Sänger/Musiker zu werden. Deshalb konnte ich manchmal gar nicht sofort verstehen, warum wir an bestimmten Dingen in Einzelcoachings gearbeitet haben, obwohl ich aus meiner Sicht andere Dinge „dringender“ gebraucht hätte. Andrés bringt hier mit seiner riesigen Erfahrung aber etwas Entscheidendes, das ich gar nicht haben konnte: Das Verständnis, was denn aus Sicht des Publikums das Wichtigste ist, was ich verändern muss, um Freude auf der Bühne zu verbreiten. Es lohnt sich deshalb total, einfach offen in die Ausbildung zu gehen und ganz viel Vertrauen mitzubringen, dass am Ende der Ausbildung an genau den richtigen Dingen gearbeitet wurde.
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Der Freitag
Ich ging also mit ganz viel positiver Energie aus meinem letzten Einzelcoaching und freute mich einfach auf alles, was an diesem Wochenende noch kommen würde. Wir hatten uns dieses Mal auch eine gemeinsame Unterkunft für alle Tage besorgt und konnten so den ersten Abend auch noch ganz entspannt mit Quatschen ausklingen lassen. Am Freitag legten wir dann gemeinsam los und planten mit Andrés, welche Story wir bei der Show erzählen wollten. Wir einigten uns darauf, es als „Reise durch die Musikgeschichte“ aufzuziehen. Um das Publikum mitzunehmen, planten wir zum jeweiligen Erscheinungsjahr eines Songs noch ein Intro-Video zu zeigen, welches an ein besonderes Ereignis außerhalb der Musik erinnern sollte. Dafür mussten wir natürlich erstmal herausfinden, welche Songs die Sänger aus der vorherigen Ausbildung singen wollten. Anschließend teilten wir uns auf, um zu den jeweiligen Jahren zu recherchieren und spannende Videos zu suchen. Die Erscheinungsjahre unserer Songs erstreckten sich von 1974 bis 2024 und es war teilweise echt verrückt zu sehen bzw. mich selber zu erinnern, was alles in der Welt passiert ist. Kannst du dich vielleicht auch noch dran erinnern, wie ein US-Präsident 1998 laut eigener Aussage keine Affäre mit einer Praktikantin hatte?
Nachdem wir uns für alle Intro-Videos entschieden hatten, war die nächste Herausforderung, diese mit den Backing Tracks zusammenzuschneiden. Da Dirk und ich Rechner mitgebracht hatten, teilten wir diese Aufgabe unter uns auf und konnten uns im Laufe des Freitags und Samstags noch öfters damit auseinandersetzen, weil wir z.B. nicht direkt die passenden Backing Tracks hatten. Ehrlich gesagt (oder geschrieben? ) machte mir das aber auch viel Spaß und es tat gut zu wissen, dass wir uns da mit viel Mühe die passende Grundlage für unsere Show schufen.
Bis etwa 16 Uhr hatten wir am Freitag also bisher noch nichts gesungen oder auf der Bühne gestanden. Hätte mir das vor der Sängerausbildung jemand gesagt, hätte ich mich total geärgert, da ich die Ausbildung doch mache, um besser zu singen? Tatsächlich war die Zeit super investiert, da wir uns nebenbei ganz viel Gedanken machten und zum Ablauf der Show austauschten. Und heute weiß ich, dass eine gut überlegte Show, die dem Publikum Spaß machen wird, das Wichtigste ist. Wir nutzen die letzten 2 Stunden des Tages dann doch noch zum Performen auf der Bühne und probierten unterschiedliche Ideen für die Bühnenshow aus. Bei manchen Ideen war klar, dass wir sie erst am Samstag final proben könnten, da ich z.B. bei einem Song mit Felix (letztes SIA Rudel 😊) den Refrain mit abwechselndem Hammerschlagen auf einen Balken untermalen würde. Falls das für dich schräg klingt, dann fühle ich dich total. Ich konnte es mir zu dem Zeitpunkt auch noch nicht komplett vorstellen, wie das mit Publikum wirken würde – aber es war der Hammer!
Verena, eine Supporterin
Am Freitagabend saßen wir abends noch etwas länger gemeinsam, da wir dort auch schon Verena aus der letzten Ausbildung erwarteten. Es war einfach nur schön, als sie kam und es war, als ob sie auch zu unserer Ausbildungsgruppe gehörte. Sie stieg direkt auch in die Diskussion mit ein und welche Gedanken wir uns zur Show machten. Ich schnitt nebenbei übrigens weiter fleißig Videos, damit wir am Samstag nicht bis zur letzten Minute noch an Dingen sitzen mussten. Kleiner Hint: Wir mussten trotzdem noch manche Dinge Last Minute klären und entscheiden. Die Nacht ging schnell vorbei und wir machten uns schon zu 9:30 Uhr auf ans Rocklantic, um noch Songs zu proben, Videos zu schneiden und Outfits auszusuchen. Verena wollte übrigens auch schon am Freitag kommen, um am Samstag für uns Mittag zu kochen – MEGA LIEB!!! – aber sie sollte bis zum Abend keine Zeit bekommen.
Der Samstag
Am Samstag starteten wir nämlich zügig durch und probten akribisch den Ablauf der Show. Und dort wurde Verena direkt integriert. Vor jedem Song sollte ja, wie ich oben bereits schrieb, ein unterhaltsames Video gezeigt werden. Sobald der Song losging, durfte das Video aber nicht mehr zu sehen sein, um nicht von der eigentlichen Show abzulenken. Dafür hatte Verena die Aufgabe, den Nahdistanz-Projektor zu jedem Video auf- und abzudecken.
Bei unseren Songs feilten wir nun auch noch an kleinsten Details, um die Show noch cooler wirken zu lassen. Tatjana sang z.B. „Farbfilm“ und dort kommt im Refrain bekanntlich die Zeile „Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael!“. Dirk und ich spielten während des Songs auf Cajons am Anfang der Bühne und so entschieden wir uns, dass sie mir auf „Michael“ immer eine an den Hinterkopf knallen sollte. Ich weiß auch nicht, warum ich mich immer für solche Sachen hergebe … Durch diese Detailarbeit verflog die Zeit aber wieder wie nix und obwohl wir einen Tag mehr Zeit hatten, würden wir bis zur Show nochmal Gas geben müssen. Die Pause kürzten wir und baten Verena darum, einfach am Abend zu kochen – und ich schnitt weiter Videos, da wir beim Proben nochmal etwas Optimierungsbedarf bemerkten.
Die restlichen Supporter
Nun trudelten auch alle restlichen Sänger aus der vorherigen Ausbildung ein und wir konnten gemeinsam mit Ole, unserer zuverlässigen Seele für das Showlicht, auch die übrigen Songs genießen. Das heißt, alle waren es doch noch nicht, denn Kathrin war noch nicht da und da wir keine Rückmeldung hatten (sie nutzt offiziell ein anderes Handy, als, das von dem wir die Nummer hatten), wussten wir nicht so genau, ob wir sie integrieren sollten.
Mit den anderen starteten wir in die Generalprobe und es war toll zu erleben, wie schnell aus unseren beiden Gruppen eine Einheit wurde. Alle unterstützten und feierten sich direkt, als ob wir die ganze Zeit zusammen die Ausbildung gemacht hätten. Ein stückweit war das ja auch so, da wir bei fast jeder Einheit von Sängern der vorherigen Ausbildung unterstützt wurden.
Bei der Generalprobe fielen uns dann noch ein paar zu optimierende Dinge zum Ablauf auf und wie der Auf- und Abbau von Bühnenelementen reibungsloser funktionieren kann. Da merkte ich für mich, dass ich bereits an Routine und Selbstsicherheit gewonnen hatte, da es mich kaum in Stress brachte, ad hoc noch neue Aufgaben zu übernehmen. Durch Andrés habe ich auch gelernt, dass dafür die eigene Einstellung eine große Rolle spielt. Statt zwischen Proben und Show zu unterscheiden, sollte ich einfach immer im Show-Modus sein. Da ist Musik machen wie alles andere im Leben, ich muss nach Möglichkeit immer die richtige Gewohnheit trainieren.
Nach der Generalprobe ging es an den letzten Schliff bei unseren Outfits und wir hielten nochmal alle Abläufe in einem Plan fest. Zu unserer großen Erleichterung kam Kathrin dann auch eine Viertelstunde vor dem Start und wir waren bereit loszulegen.
Gleich beginnt die Show
Im Publikum waren viele bekannte Gesichter von Gästen, die im Laufe der Ausbildung schon bei Konzerten waren und einige „neue“ Gäste, die auch vom POWERVOICE Fieber infiziert waren. Eine Gruppe war vorher bei einem Workshop in Mallorca und kam extra aus Stuttgart(!!!) hoch an den Rocklantic.
Ich hatte es schon in vorherigen Blogs geschrieben, aber das ist vielleicht das beeindruckendste, was Marion und Andrés gemeinsam geschaffen haben. Ganz unterschiedliche Menschen mit der gleichen Liebe für Musik zusammenzubringen und in kurzer Zeit echte Verbindungen zu schaffen. Auch ich werde natürlich wiederkommen!
The Show
Wir starteten mit der Show im Jahr 1974 und Farbfilm von Tatjana. Ich merke auch jetzt beim Schreiben noch die Stellen am Hinterkopf, an denen ich mir die Klatschen abgeholt habe. Das ist natürlich Quatsch, aber es sollte ja echt aussehen und so streichelte Tatjana mich nicht nur …
Tatjana war voll drin im Song, sorgte sofort für eine Bombenstimmung und wurde auch vom Publikum mit ganz viel Applaus gefeiert. Ein perfekter Start! Ich war danach mit Y.M.C.A. für das Jahr 1978 dran und hatte die vielleicht beste Choreo Crew, die man sich für den Song wünschen kann. Felix und Lennart (ehemalige Azubis) waren hinter mir auf der Bühne, um die bekannte Choreo im Refrain mitzumachen und vor der Bühne war Dirk: Im Bauarbeiter Kostüm und voller Energie. Auch der Song kam richtig gut an und ich habe für mich Fall einen Song entdeckt, den ich unbedingt in meinem Repertoire behalten werde.
Danach gingen wir ins Jahr 1979 und Tatjana war wieder auf der Bühne mit Dancing Barefoot. Sie wurde von Heide (ehemalige Azubine) unterstützt, die sich auf einem Tisch neben einem Tablett mit einer Spritze räkeln sollte, um die Geschichte von einer Frau in einem Drogentraum zu symbolisieren. Das Bühnenbild war echt der Hammer und hatte eine riesige Wirkung. Tatjana umgarnte Heide auf dem Tisch und Heide hatte einige Moves drauf aus der Kategorie „so flexibel werde ich nie im Leben sein“. Ich spürte die Chemie der Beiden und das transportierte sich auch auf das Publikum.
Dann sprangen wir ins Jahr 1983 und Kathrin performte Besuchen Sie Europa. Der Song passte total zu Kathrin und ich fand es bewundernswert, dass sie kurz vorher erst angekommen war und sich dann einfach ganz locker auf die Bühne stellte.
Dann übernahm unser König von Deutschland, Dirk, und brachte seine mit Abstand beste Version auf die Bühne. Ich freute mich total für ihn und seine Entwicklung, weil er den Song schon am vorherigen Wochenende performt hatte und es da auch schon viel Spaß machte. Dieses Mal hatte er aber nochmal mehr Ausstrahlung und schlüpfte total in die Rolle des Königs. Das Publikum betete ihn zurecht beim Applaus an.
Felix nahm uns im selben Jahr, 1986, noch mit viel Stimmung und Pure Lust am Leben mit. Felix hat für mich auch eine bewundernswerte Leichtigkeit und Natürlichkeit auf der Bühne. Er macht einfach Spaß und nimmt das Publikum mit. Ich weiß, dass er auch die Vocal Coach Ausbildung im November mitmachen wird und kann euch nur empfehlen, dort zu den Konzerten zu gehen und ihn (und natürlich auch alle anderen SängerInnen) live zu erleben.
Danach ging es ins Jahr des Mauerfalls und Tatjana rockte die Bühne mit Epic von Faith No More. Für den Song würden Dirk und ich im Hintergrund auf Stühlen sitzen und passend zum Song aufstehen, mit Luftgitarre abrocken und Passagen mitsingen. Beim Proben hatten wir einige Zeit gebraucht, bis wir synchron in unseren Abläufen waren, aber die Mühe hatte sich gelohnt. Beim Konzert lief alles super und Tatjana haute richtig einen raus. Tatjana hat auch eine riesige Entwicklung über diese Ausbildung gemacht und mit ihren 3 Songs beim Abschlusskonzert ganz unterschiedliche Seiten von sich gezeigt.
Lennart nahm uns mit Angels ins Jahr 1997 mit und ließ den ganzen Raum mitsingen. Für mich war es erstaunlich, wie sehr Lennart seine eigene Version aus dem Song gemacht hatte. Und seine weiche Stimme passte halt auch wie A****-auf-Eimer zum Song. Erinnerst du dich noch, wann Bill Clinton seine berühmte Pressekonferenz hielt, und der Welt erzählte, dass er nie eine Beziehung mit einer Miss Lewinsky hatte? Das war 1998 und damals erschien auch How Much Is The Fish von Scooter. Es war also wieder Zeit für mich, um auf die Bühne zu gehen. Der Song ist einfach MEINER und eins meiner Highlights der Ausbildung. Bei dem Song finde ich für mich die Möglichkeit, alle Energie frei rauszulassen und das ist ein mega Gefühl.
Ich bekam einen Song Pause, denn zunächst war Dirk mit Feuer Frei dran (2001). So wirklich Pause war das für mich also nicht, denn Dirk gab richtig Energie und ich wollte mit ihm abgehen. Zum Abschluss des Songs schlug Dirk passend zum „Bang, Bang“ mit einer Axt auf einen Holzbalken und setze damit einen fetten Schlusspunkt.
Ein Jahr weiter und Country Roads von der Hermes House Band, also mein letzter Song für das Abschlusskonzert. An dem Song hatten Andrés und ich viel im Einzelcoaching gearbeitet und ich konnte ganz viel davon mit auf die Bühne nehmen. Das Gefühl mit Headset und Gitarre zu spielen war natürlich noch ungewohnt, aber es hat mir richtig Spaß gemacht, mich frei bewegen zu können. Ich war damit vor allem in dem Gefühl drin, den Song zu leben, statt ihn nachzusingen. Das nehme ich vielleicht als das größte „Learning“ für mich aus der Ausbildung mit. Wieviel Spaß es auf der Bühne machen kann und auch sollte, wenn ich einen Song performe. Für mich persönlich war der Song der krönende Abschluss und ich wollte nun noch mit Vollgas die letzten Performances unterstützen.
Nach mir kam Verena und sie performte Those Were The Days, auch von der Hermes House Band (2003). Bei dem Song standen Dirk und ich im Hintergrund an einem Tisch, auf dem ein Holzbalken lag und wir schlugen im Wechsel mit einem Hammer auf den Balken, um den Song im Refrain rhythmisch zu untermalen. Das liest sich vielleicht komisch, aber es machte einen Heidenspaß und strahlte eine tolle Energie ins Publikum aus. Und es war zwischendurch auch witzig, weil ich den Balken anscheinend zu weit oben festhielt und Dirk sich Sorgen um meine Finger machte … Das versuchte er mir zumindest zu verstehen zu geben, ich hab es mit der Musik im Hintergrund aber gar nicht gehört. Und falls es dich beruhigt, ich tippe diese Blog mit 10 funktionierenden Fingern, ist also alles gut gegangen. Ich konnte während des Songs auch den Gesang von Verena genießen, die mit Felix die künftige Coachausbildung macht und auch dort: Unbedingte Empfehlung, dass du dir Verena mal live anhörst. Es lohnt sich!
Wir sprangen ins Jahr 2016 und Heide hatte ihren Auftritt mit No Roots von Alice Merton. Das war auch ein krasser Kontrast zu Heides Show bei Dancing Barefoot, wo sie sich fast schon lasziv (darf ich das hier schreiben?) zur Musik bewegte. Bei No Roots war es viel Power und eine „Kantigkeit“, die mich sehr überraschte.
An dieser Stelle nochmal ein riesiges Dankeschön an Kathrin, Felix, Lennart, Verena und Heide, die auch für unser Abschlusskonzert super viel Energie, Abwechslung und Unterstützung mitgebracht haben. Es war uns allen eine Freude!
Nun stand noch ein Song aus und wir sind im Jahr 2024. Dirk interpretierte Wackelkontakt von Oimara und war schon vor dem ersten Ton DAS Highlight. Er hatte sich einen Lampenschirm als Hut „um gebastelt“ und das sah einfach nur geil aus. Dirk riss vorne nochmal richtig die Bühne ab und Felix und ich gaben dem Holzbalken noch ein letztes rhythmisches Verwöhnprogramm. Dann kam der letzte große Applaus und den hatte sich Dirk wirklich verdient. Ich weiß nicht, ob ich es mit meinen Zeilen rüberbringen konnte, aber Felix beschrieb den Abend mit den folgenden Worten: „Einfach pure Energie.“
Zertifikate & Co.
Damit waren wir aber noch nicht am Ende. Es gab jetzt die Zertifikate zum Abschluss der Ausbildung. Marion und Andrés hatten sich nochmal etwas Tolles überlegt. Bevor Tatjana, Dirk und ich unsere Zertifikate bekamen, erhielten alle Sänger der letzten Ausbildung ein Zertifikat als „Einspringer“. Eine schöne Würdigung und gleichzeitig sind alle nicht nur mit den Songs auf der Bühne eingesprungen, sondern haben Tatjana, Dirk und mich auf ganz vielen Ebenen unterstützt. Anschließend bekamen wir dann unsere offiziellen Zertifikate als Certified POWERVOICE Singer. Dabei war ich nochmal richtig aufgeregt und ich sagte Marion bei der Übergabe „Danke“, aber in diesem Wort steckte für mich so viel mehr Bedeutung drin, als ich in dem Moment hätte sagen können.
Mein Fazit
Die Sängerausbildung war im letzten halben Jahr eine krasse Reise, die mich sehr gefordert hat, mir unzählige tolle Momente beschert hat, mich mit vielen besonderen Menschen in Kontakt gebracht und die mir im Nachhinein viel mehr gebracht hat, als ich vor der Ausbildung gedacht hatte. Andrés und Marion haben mein Denken und Fühlen von Musik komplett auf den Kopf gestellt und mir damit eine Freude und emotionale Verbindung zur Musik (zurück)gegeben, die ich lange nicht mehr gespürt hatte.
Musik war und ist für mich ein wichtiger Anker, der mir, solange ich denken kann, immer Stabilität und Zuflucht geboten hat. Vor der Ausbildung hatte ich gedacht, dass ich gefühlt schon alles in der Musik entdeckt hatte und jetzt nur noch bestimmte Gesangstechniken lernen wollte, um z.B. kraftvoll Schreien zu können. Jetzt habe ich so viele Anregungen fürs Singen, für das Performen, für das Schreiben von Songs und auch das Spielen von Instrumenten mitbekommen, dass ich richtig Bock auf die weiteren Entdeckungsreise bekommen habe. Und über die Ausbildung habe ich Menschen kennengelernt, mit denen ich diese Reise auch noch weitergehen und in Verbindung bleiben möchte.
Mit diesen besonderen Menschen genoss ich auch noch den restlichen Abend.
Am Ende der Open Stage gab es noch das obligatorische Proud Mary mit allen Beteiligten auf der Bühne, wie immer angeleitet von Marion.
Der Abend nach dem Konzert
Es ging zu uns in die Unterkunft und Verena verwöhnte uns noch mit einem leckeren Curry – DANKE! Wir quatschten, tauschten uns über Musik aus und überlegten schon mal lose, wie wir denn eigentlich in Kontakt bleiben könnten. Nach Mitternacht ging es dann irgendwann ins Bett und nach einer kurzen Nacht ging es noch ein letztes Mal in dieser Konstellation an den Rocklantic.
Hm, lecker, Brunch
Marion und Andrés hatten mit Unterstützung von Christopher, dem Freund von Tatjana zum Brunch geladen. Wir genossen dabei nochmal die Show auf Video und lachten und weinten dazu.
Gegen Mittag stand bereits der Abschied an, da Marion und Andrés abends noch zum nächsten Workshop nach Mallorca mussten – warum auch Pause machen? Das zeigt aber auch, warum die Ausbildung sich so lohnt. Andrés und Marion sind unermüdlich darin, die Teilnehmer an ihren Programmen und Workshops zu unterstützen und haben immer im Fokus „Wie kannst du besser werden!?“. Und das tun sie mit einem wahnsinnigen Erfahrungsschatz, viel Humor, Geduld und ganz viel Herz und Menschlichkeit.
DANKE
Darum zum Abschluss noch das größte Dankeschön and Marion und Andrés. Ihr beide habt etwas ganz Besonderes geschaffen und gebt so viel mehr mit, als „bloß“ ein besserer Sänger zu werden. Ihr gebt ganz viel positive Lebenseinstellung und zwischenmenschlichen Umgang mit, und ich freue mich drauf, auch in Zukunft weiter ein Teil der POWERVOICE Familie zu bleiben.
Danke auch an dich, dass du dir meine Blog Beiträge zu Gemüte geführt hast und dich für mein Erleben der Ausbildung interessiert hast. Vielleicht schreibe ich dir irgendwann ja noch einmal. Für dich alles Gute und denk immer dran: „Einfach mal machen!“
Dein Michael
Michael Hendrich
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