Music Monday 9 – Jim Morrison

Music Monday 9 – Jim Morrison

Dead Rock Head: Jim Morrison

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Jim Morrison (The Doors, Sänger)
* 08.12.1943 – 03.07.1971

Öl auf Leinwand (1996) 130 cm x 80 cm

Jim Morrison ist auch als hochwertiger Druck bei
Ohlendorff Art erhältlich.

Jim Morrison

James Douglas “Jim Morrison” war ein US-amerikanischer Sänger, Songwriter und Lyriker. Er war der Frontmann der Rockgruppe The Doors, deren Liedtexte überwiegend von ihm stammten. Jim Morrison gilt als Rockmusiker, der die Fantasien, Visionen, Ängste und die Selbstdestruktivität der Generation der späten 1960er Jahre artikulierte und exemplarisch auslebte.

Jim Morisson zählt zu den charismatischsten Persönlichkeiten der Rockmusik dieser Zeit. Gemeinsam mit The Doors erweiterte er das Repertoire der Rockmusik um mehrschichtige Konzeptstücke und Formen des Rocktheaters. Morrison, von dem zu Lebzeiten drei Gedichtbände veröffentlicht wurden, nutzte die Doors-Konzerte regelmäßig für spontane Rezitationen poetischer Texte. Er produzierte einen Dokumentarfilm über die Doors sowie einen experimentellen Spielfilm.

Obwohl Jim Morrison sich durch seinen Rock-Bariton und poetische Songtexte einen Namen gemacht hat, wurde er in späteren Jahren meist mit einem aufrührerischen und selbstzerstörerischen Lebensstil assoziiert. Der frühe Tod Morrisons, dessen nähere Umstände nicht mit Sicherheit geklärt werden konnten, trug erheblich zur Legendenbildung um seine Person bei.

Kindheit und Jugend

Jim Morrison wurde als erstes Kind von George Stephen Morrison und Clara Virginia Morrison geboren. Er hatte zwei Geschwister, Anne Robin und Andrew Lee, die heute noch leben. Jim Morrisons Vater war Offizier der Marine der Vereinigten Staaten. Deshalb zog Morrisons Familie häufig um. Bis zu seinem Schulabschluss lebte er in verschiedenen Städten der US-Bundesstaaten Florida und Kalifornien sowie jeweils zweimal in Washington, D.C. und Albuquerque.

Als prägende Erfahrung seiner Kindheit schilderte Morrison später, wie er als Vierjähriger auf einer Fernverkehrsstraße südwestlich Albuquerques aus dem Wagen seiner Eltern heraus einen schweren Autounfall von Pueblo- oder Hopi-Indianern beobachtete. Auf dieses Schlüsselereignis nahm Morrison regelmäßig in Songtexten, Gedichten und Interviews Bezug. In seinen Texten spielte sich das Erlebnis an einem verunglückten Lastwagen ab, vor dem verletzte und tote Indianer auf der Straße lagen. Die Eltern hielten an, und Morrisons Vater sah nach, ob er helfen konnte. Bei einer Tankstelle in der Umgebung verständigte sein Vater die Highway-Polizei und einen Krankenwagen. Da sein Sohn von der Konfrontation mit dem Tod verstört war, versuchte der Vater ihm einzureden, dass er den Vorfall bloß geträumt habe.
 In späteren Interviews erklärte Jim Morrison, dass in diesem Moment die Seelen von toten Indianern in seinen Körper gewandert seien.

Bei der bekanntesten Umsetzung der Geschehnisse in dem Lied „Peace Frog“ von der Doors-LP Morrison Hotel (1970) brachte Morrison die archaische Unfallszene mit einer vermeintlichen Seelenwanderung in Verbindung: 
„Indians scattered on dawns highway, bleeding Ghosts crowd the young childs fragile, eggshell mind“
„Indianer auf der Schnellstraße der Dämmerung verstreut, blutend Geister drängen auf den schwachen, zerbrechlichen Verstand des kleinen Kindes ein“.

Morrisons Interesse an der Kultur der indianischen Völker des amerikanischen Südwestens entwickelte sich während seiner Schulzeit weiter, als Morrisons Familie zeitweilig erneut in Albuquerque in New Mexico lebte und er dort Gelegenheit hatte, die Lebensräume der Ureinwohner näher kennenzulernen. 
Angesichts der beruflich bedingten Abwesenheit des Vaters, der regelmäßigen Umzüge der Familie quer durch die Vereinigten Staaten und einer strengen Erziehung fiel Jim Morrison als Heranwachsender trotz guter schulischer Leistungen durch ausgeprägtes Problemverhalten gegenüber Lehrern und Mitschülern auf. 1958 besuchte er die Alameda High School in Alameda (Kalifornien). Seinen Schulabschluss machte er im Juni 1961 an der George Washington High School in Alexandria (Virginia).

Als Jugendlicher zog Jim Morrison auf Wunsch seiner Eltern im September 1961 zu seinen presbyterianischen und streng abstinenten Großeltern väterlicherseits nach Clearwater (Florida). Morrison besuchte dort das St. Petersburg Junior College. Morrisons Vater wurde 1963 zum Kapitän des Flugzeugträgers USS Bon Homme Richard befördert. Bis zum Frühjahr 1964 versuchte der Vater vergeblich, seine Söhne für eine Karriere bei der Marine zu interessieren. 
Um Jim Morrisons Sprachempfinden zu schulen, schenkte sein Vater ihm bei seinen Besuchen daheim häufig Bücher. Frühzeitig begriff Morrison die Sprache als mächtiges Werkzeug, unter anderem um sich gegen missliebige Autoritäten aufzulehnen. Im Alter von zwölf Jahren verfasste Morrison in Notizbüchern seine ersten, zum Teil aggressiv satirischen Gedichte, die er “Radio Essays” nannte. Er las früh die unkonventionellen Bücher der Beat Generation. Dazu gehörten insbesondere Jack Kerouacs Schlüsselroman „Unterwegs“, aber auch Werke der Schriftsteller Allen Ginsberg und Lawrence Ferlinghetti, dessen „City Lights Bookstore“ Morrison 1958 in San Francisco nach der Lektüre Kerouacs mehrfach aufsuchte.

Morrison studierte die Werke von Honoré de Balzac, Charles Baudelaire, Jean Cocteau, James Joyce oder Arthur Rimbaud. Rimbaud war für Morrison „einer, der den Göttern das Feuer stahl und dafür bestraft werden würde“.

Morrison setzte sich mit Friedrich Nietzsches Geburt der Tragödie auseinander. Plutarchs Biografie von Alexander dem Großen beeindruckte ihn so, dass er den renommierten Friseur Jay Sebring darum bat, seine Haare nach der Vorlage einer Alexander-Büste zu schneiden. Bei späteren Aufnahmen des Fotografen Joel Brodsky, die dieser unter anderem für das Album The Doors anfertigte, orientierte sich Morrison an der Kopfhaltung dieser Büste.

Frontmann der Doors

Als Sänger war Morrison anfangs so in sich gekehrt, dass er bei ersten Auftritten der Doors dem Publikum den Rücken zuwandte. Ein erster Plattenvertrag, den die Gruppe nach frühen Auftritten als Vorband oder auf kleinen Festen im Oktober 1965 bei Columbia Records unterzeichnete, wurde nach kurzer Zeit in beiderseitigem Einvernehmen wieder aufgelöst. Im Frühjahr 1966 spielten The Doors als Clubband im “London Fog” am Sunset Strip im späteren West Hollywood. Dort lernte Morrison im April 1966 die Kunststudentin Pamela Courson, die 1974 starb, aus Orange County kennen. Sie sollte seine dauerhafte Lebensgefährtin werden. Im November 1966 bezog Courson eine Wohnung im Rothdell Trail in Laurel Canyon. Dort experimentierten Morrison und Courson weiter mit Substanzen wie LSD, Amphetaminen und Mescalin, die Morrison, wie er sagte, als Katalysator und Inspirationsquelle für zahlreiche Texte dienten.

Zwischen Mai und Juli 1966 waren Morrison und die Doors die erste Band, die abends im Whisky a Go-Go am Sunset Strip auftrat. Zu dieser Zeit spielte dort auch Van Morrisons Band „Them“. Ein Biograf machte einen deutlichen Einfluss von Van Morrisons impulsiver Bühnenpräsenz auf Jim Morrison aus: „Jim Morrison lernte rasch von der Bühnenkunst seines Beinahe-Namensvetters, seinem augenscheinlichen Draufgängertum, der Pose gedämpfter Bedrohung, seiner Art, Gedichte zu einem Rockbeat zu improvisieren, sogar von seiner Angewohnheit, sich während instrumentaler Passagen bei der Basstrommel niederzukauern“. In der letzten Nacht, in der „Them“ im Whisky auftrat, spielten die beiden Morrisons während einer Jam-Session beider Bands gemeinsam Van Morrisons Song „Gloria“. In den folgenden Wochen traten Morrison und die Doors im “Whisky“ gemeinsam mit weiteren Bands wie „The Byrds“, „Love“ und Frank Zappas „Mothers of Invention“ auf.

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Morrison betrachtete die frühe Club-Phase der Doors rückblickend als eine der schöpferischsten der Band, weil sich viele Stücke durch die zahlreichen Auftritte in kleinem Rahmen kontinuierlich weiterentwickeln ließen:
 “Wir fingen an mit einem ziemlich einfachen Song, und dann gerät die Musik allmählich zu einem hypnotischen Fluss von Geräuschen, der mir die Freiheit gibt, sozusagen alles zuzulassen, was mir in den Kopf kommt. Ich mag Songs, aber das ist der Teil der Aufführung, den ich am meisten genieße: Vibrationen aufzunehmen von der Musik und von dem, was aus dem Publikum kommt und […] dem nachzugehen, wohin es auch führt“. Jim Morisson im “Critique” -Interview, Mai 1969

Auszeit und Tod

Pamela Courson hatte sich im Zusammenhang mit der erfolglosen Boutique Themis, deren Einrichtung Morrison ihr zum Dezember 1968 in West Hollywood finanziert hatte, bereits zuvor in Paris aufgehalten. Nach heftigen Auseinandersetzungen mit Morrison wegen ihres Heroinkonsums war sie Ende September 1970 nach Paris verreist und kehrte dorthin erneut im Februar 1971 zurück. Seiner Rolle bei den Doors überdrüssig und unter dem Eindruck des Miami-Urteils stehend, folgte Morrison seiner Langzeitfreundin nach Paris. Nach der umstrittenen Einschätzung des Morrison-Biografen Stephen Davis verstieß Morrison mit seinem Fortgang aus den Vereinigten Staaten gegen gerichtliche Kautionsvereinbarungen. Im März 1971 wohnte er mit Courson zunächst im Hotel Georges V. im 8. Arrondissement. Anschließend lebten sie in der Rue Beautreillis Nr. 17 im dritten Stock in einem luxuriös eingerichteten Appartement zur Untermiete bei einem Pariser Fotomodell.

Morrison führte ein zurückgezogenes Leben. Er wollte vor allem an Gedichten und Drehbüchern arbeiten und eine Gedicht-LP vorbereiten. Da Courson und Morrison kein Französisch beherrschten, stellten sie eine kanadische Sekretärin, Robin Wertle, ein. Der Sänger klagte in Paris wiederholt über starke Atembeschwerden. Ärztlich verordnete Asthma-Medikamente führten zu keiner Linderung. Im April unternahmen Morrison und Courson auf den ärztlichen Rat hin, Morrison solle sich in einer warmen Region erholen, eine Reise in den Südwesten Frankreichs, nach Spanien und Marokko. Im Mai bereisten sie Korsika und Anfang Juni London.

In den ersten Julitagen führte Morrison eine Selbstmedikation gegen seine ausgeprägten Atembeschwerden durch, indem er gemeinsam mit Courson Heroin schnupfte, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Schmerz- und Hustenmittel galt.

Am Morgen des 3. Juli 1971 starb Jim Morrison. Als Todesursache attestierte der offizielle gerichtsärztliche Bericht vom 3. Juli 1971 einen Herzstillstand, doch konnten die genauen Umstände von Morrisons Tod in Paris nicht mit letzter Sicherheit ermittelt werden. Da Courson den Tod Jim Morrisons später auf eine Überdosis Heroin zurückführte, Morrisons Leiche nicht obduziert und die Nachricht von seinem Tod erst am 9. Juli 1971, zwei Tage nach seiner Beerdigung, offiziell bekannt gegeben wurde, kam es zu umfangreichen Legendenbildungen um die Umstände seines Ablebens.
 Die Morrison-Biografen Hopkins/ Sugerman hielten 1980 unter anderem für möglich, dass Morrison seinen Tod vorgetäuscht hatte, um „Frieden zum Schreiben zu finden“, und wollten auch die Möglichkeit nicht ausschließen, dass Morrison ermordet worden oder „Opfer einer politischen Verschwörung geworden“ war.

Danny Sugerman machte 1989 in seiner Autobiografie Wonderland Avenue bekannt, dass Courson davon überzeugt war, ihr Freund sei an einer Heroinüberdosis gestorben. Im Anschluss an Sugermans Buch kursierten vermehrt Berichte von einem Drogentod Morrisons. Die Biografen Riordan/ Prochnicky wiesen 1991 die Möglichkeit von Morrisons Überleben zurück und nahmen in Übereinstimmung mit Sugermans Autobiografie an, dass Morrison in seiner Pariser Wohnung an einer Heroin-Überdosis gestorben war. Der Biograf Davis ließ 2004 die eigentliche Todesursache offen, gab jedoch an, dass Pamela Courson am 3. Juli nach Morrisons Tod in der gemeinsamen Wohnung Unterstützung bei ihrem Heroindealer Jean de Breteuil sowie bei Morrisons Freunden Alain Ronay und Agnès Varda gesucht habe, bevor die Polizei eintraf.

R. I. P. Jim Morrison

Quelle: http://the-band-of-heaven.com

Musiktipp: Light My Fire

Music Monday 10, am 21. April 2014 mit Dead Rock Head: Mariska Veres, die u. a. den Hit Venus landen konnte.

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Andrés Balhorn

Owner and Founder bei POWERVOICE
Andrés Balhorn ist POWERVOICE Gründer, Vocal Coach Ausbilder, Rocksänger, Produzent und Komponist. Seit 1987 ist er als Dozent ein Vorreiter für modernen für Rock/ Pop Gesangsunterricht. Sein 1996 im GERIG Verlag erschienenes Buch POWERVOICE avancierte zum Fachbuchbestseller und ist mittlerweile in der 14. Auflage. Mit mehr als 600 gegebenen Workshops ist er einer der erfahrensten Vocal Coaches in Europa.

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