Music Monday 19 – Les Humphries

Music Monday 19 – Les Humphries

Dead Rock Head: Les Humphries

 

 

Les Humphries (org. Voc.)
* 10.08.1940 – 26.12.2007
Öl, Bleistift und Collage  auf Leinwand (2008)
130 c80 cm x 130 cm

Gemälde aus der Serie Dead Rock Heads Nr. 84  von Andreas Ole Ohlendorff.

Weitere Bilder des Künstlers findet ihr auf auf
Facebook Ohlendorff-Art oder der Homepage: www.ohlendorff-art.de

 

 

 

 

 

Les Humphries

Les Humphries, eigentlich John Leslie Humphreys war ein englischer Popmusiker, der in Deutschland mit seiner Gruppe Les Humphries Singers bekannt wurde. Von Anfang der 1970er Jahre bis zur Auflösung seiner Gruppe 1976 verkaufte Humphries rund 48 Millionen Tonträger in Form von Langspielplatten, Singles und Kassetten.

Leben und Karriere von Les Humphries

Les Humphries wuchs vaterlos in einfachen Verhältnissen auf. Der Vater fiel 1942 im Zweiten Weltkrieg. Nach Kriegsende zog Familie Humphries nach Alton in ein Reihenhaus, in dem Humphries bis zu seinem Tode wohnte. Humphries bekam früh Klavierunterricht und mit 13 Jahren wechselte er auf die Marineschule in Deal (Grafschaft Kent). Später trat er in das Musikkorps der britischen Royal Navy ein. 1958 wurde er aus 5000 Jungmusikern der Royal Navy zum Besten Jungmusiker des Jahres gewählt, worauf er dann im Buckingham Palace der Queen Mum am Klavier vorspielen durfte. Er verließ die Navy 1964 mit dem Dienstgrad „Master Band Sergeant”.

1966 gründete Les Humphries die Gruppe „The Summer Set“. Neben vielen Auftritten in England folgten auch Gastauftritte in Hamburg. Von da an waren Humphries Kontakte zum deutschen Musikmarkt geknüpft. Er trat 1968 als Organist in Achim Reichels Band „Wonderland” ein. Schon 1969 verließ er die Gruppe, um seine eigene Gruppe zu gründen. Inspiriert durch die Edwin Hawkins Singers gründete er Mitte 1969 zusammen mit Jimmy Bilsbury die Gruppe The Les Humphries Sinters, die sehr erfolgreich wurde und viele Hits produzierte, wie z.B. Mama Loo, Mexico und Kansas City.

Eine seiner bekanntesten Kompositionen ist die Titelmelodie der Krimiserie Derrick, die Anklänge an den 2. Walzer aus Dmitri Schostakowitschs Suite für Varieté-Orchester hat. Koautor, wichtigster Partner für viele Lieder sowie bedeutendster Solosänger der Gruppe war Jimmy Bilsbury, zu ihm hatte Humphries ein eher schwieriges und gespanntes Verhältnis bis hin zu schweren Prügeleien nach Alkoholkonsum. 

1972 heiratete er die Schlagersängerin Dunja Rajter in der Dorfkirche des kleinen niedersächsischen Ortes Undeloh in der Lüneburger Heide. Sie haben einen gemeinsamen Sohn, Danny Leslie Humphries (* 1974; er trat in der Band Glow – ebenfalls als Sänger und Gitarrist – in Erscheinung), die Ehe wurde 1976 geschieden.

Ihren ersten großen Hitparadenerfolg hatten die Les Humphries Singers 1970 in den Niederlanden mit dem Gospelschlager To My Father’s House, der dort 6 Wochen lang auf dem ersten Platz stand. Vor allem im deutschsprachigen Raum erzielte die Gruppe zahlreiche weitere Single-Hits. Zu den erfolgreichsten und bekanntesten Titeln zählen (We’ll Fly You to the) Promised Land, We Are Goin’ Down Jordan, Old Man Moses, Mexico, Mama Loo und Kansas City.

Ihr Repertoire bestand neben von Humphries selbstverfassten Songs aus Traditionals, Spirituals und Evergreens. Die Gruppe nahm außerdem eine Reihe von Alben mit Medleys von damals aktuellen Hits anderer Interpreten auf. Bandleader Humphries begleitete seinen Chor am Piano oder betätigte sich hin und wieder auch selbst als Sänger, wie bei Jennifer Adam auf der 1972er-LP Mexico.

Der Leadgesang wurde von verschiedenen Mitgliedern der Gruppe übernommen. Bei Auftritten wirkte die Gruppe stets ungezwungen und gutgelaunt. Hinter den Kulissen jedoch sorgte der rigorose Führungsstil des oft als schwierig und jähzornig beschriebenen Bandleaders und früheren Royal Marines Les Humphries häufig für Spannungen.

1976 vertraten sie im niederländischen Den Haag Deutschland als eines von 18 teilnehmenden Ländern beim Eurovision Song Contest mit dem von Ralph Siegel und Kurt Hertha geschriebenen deutschsprachigen Titel Sing Sang Song, der aber nur auf Platz 15 gewählt wurde. Nach diesem Misserfolg und da das Publikumsinteresse schon seit geraumer Zeit erheblich nachgelassen hatte, lösten sich die Les Humphries Singers Ende 1976 auf. Les Humphries setzte sich aufgrund von Steuerschulden in seine englische Heimat ab und kehrte erst nach der Verjährung dieses Delikts nach Deutschland zurück.

1991 lud Les Humphries seine Gruppe nach Hamburg in die NDR Talkshow. Nach dieser Sendung bekamen die Les Humphries Singers einen Plattenvertrag und gingen 1992 als Vorgruppe von Howard Carpendale auf Deutschlandtournee. Es folgten Fernsehsendungen wie “Goldene Schlagerparade” und Wetten, dass..?. Humphries war zuletzt mit Dagmar Frederic in der MDR-Sendung „Meine Show“ zu sehen.

„Der Meister ist leider krank, doch die Truppe steht“, lautete die Ansage der Moderatorin; Humphries hatte bei einem Sturz Prellungen an der Wirbelsäule erlitten.

Mehrere Versuche zu einem Comeback blieben erfolglos. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er sehr zurückgezogen und hatte nicht einmal mehr Kontakt zu seiner früheren Frau Dunja Rajter und seinen drei Kindern. In die Schlagzeilen brachte er sich selbst noch einmal 1998, als er seine eigene Todesmeldung veröffentlichen ließ. Telefonisch gab er sich als sein eigener Zwillingsbruder aus und meldete den angeblichen Tod des Bruders. Darauf fiel Jürgen Drews, Sänger und ehemaliges Chormitglied der Les Humphries Singers, herein. In Unkenntnis des wahren Sachverhalts sprach Drews auf eine Anfrage des Bayerischen Rundfunks live einen Nachruf auf Humphries in Bayern 3

Tod von Les Humphries

Les Humphries starb im Alter von 67 Jahren am 26. Dezember 2007 an einem Herzinfarkt nach einer Lungenentzündung im Krankenhaus in Basingstoke, England. Sein Tod wurde der Öffentlichkeit erst im Februar 2008 bekannt. Nach einem Streit der Hinterbliebenen über den Ort der Bestattung wurde seine Urne am 18. August 2008, acht Monate nach seinem Tod, heimlich in seinem Heimatort Alton in der Grafschaft Hampshire neben seiner Mutter Kathleen Humphreys, die 1986 starb, beigesetzt. 

R. I. P. Les Humphries

Musiktipp: Les Humphries Singers –  Mama Loo

Nächster Dead Rock Head, am 14. Juli 2014 mit Jon Lord, der Organist der Band Deep Purple…

 

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Andrés Balhorn

Owner and Founder bei POWERVOICE
Andrés Balhorn ist POWERVOICE Gründer, Vocal Coach Ausbilder, Rocksänger, Produzent und Komponist. Seit 1987 ist er als Dozent ein Vorreiter für modernen für Rock/ Pop Gesangsunterricht. Sein 1996 im GERIG Verlag erschienenes Buch POWERVOICE avancierte zum Fachbuchbestseller und ist mittlerweile in der 14. Auflage. Mit mehr als 600 gegebenen Workshops ist er einer der erfahrensten Vocal Coaches in Europa.

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