Ausbildung zum Vocalcoach: Azubi-Blog Teil 5/6 – 06.09 – 08.09.2019

Ausbildung zum Vocalcoach: Azubi-Blog Teil 5/6 – 06.09 – 08.09.2019

Ausbildung zum Certified POWERVOICE Vocalcoach

Ausbildungseinheit 5/6 vom 06.09. – 08.09.2019

Willkommen zum 5/6 Teil unserer Ausbildung zum Vocalcoach

TIPP: Am Ende des Blogs findet ihr unser Video-Tagebuch.

Ausbildung zum Vocalcoach, Tag 1

Erstens kommt es anders, und zweitens man denkt

Mein Zuhause ist exakt 697 Kilometer weit weg vom Rocklantic. Bei üblicher Verkehrslage bedeutet das rund sieben Stunden Fahrtzeit ohne Pause. Da in der 5. Ausbildungseinheit die schriftliche Prüfung in Anatomie & Physiologie der Stimme ansteht, zählt jede freie Minute. Zum Lernen natürlich! Es fehlte mir also ein ganzer Tag, Mist! Was macht Frau Oberschlau in so einer Situation? Sie spricht sich ihre Aufschriebe als Sprachmemo aufs Handy! Ein kluger Mann namens Lorenz Oken (deutscher Naturforscher 1779-1851) hat einmal gesagt:

Das Auge führt den Menschen in die Welt. Das Ohr führt die Welt in den Menschen.

In meinem Fall führte das Ohr seine eigene Anatomie, sowie die des Kehlkopfs und vieles mehr in mein Gehirn. Ich gebe zu, ich habe nicht sieben Stunden im Auto gelernt, aber drei bestimmt. Wenn man schon am Vortag anreist, dann kann man die Chance nutzen für eine private Stunde beim Boss! Selbige war wieder sehr erhellend – ich musste leider feststellen, dass ich meinen Song völlig falsch geübt hatte, und durfte erleben was Rückwärtsgehen mit einem Barhocker in der Hand bewirkt und was für ein großartiges Hilfsmittel ein kleiner Handtrainer ist. Wer hierzu mehr wissen will, für den gibt es nur einen Weg: zur POWERVOICE-Academy nach Hollenstedt! Und zu weit weg ist kein Argument!

Am Freitag um 11 Uhr ging es dann los mit der 5. Einheit: Ausbildung zum Vocalcoach, wie immer mit einem kleinen Rückblick auf die Zeit zwischen den Ausbildungseinheiten. Wir stellten Fragen und bekamen Antworten.

Andrés verkündete: Nach der Mittagspause ist es dann soweit, ihr schreibt die schriftliche Prüfung Anatomie/Physiologie der Stimme.  Vorher stand aber noch das Eintauchen in eine ganz andere Welt an. Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt und sollten folgende Aufgaben für einen vorgegebenen Song bearbeiten: Rangebestimmung, Konsonantentraining, Vokaltraining, Töne legen, Schwierigkeiten erkennen und lösen, Töne am Piano spielen, Atemstriche setzen, Interpretation, Kompensation – und alle sollten wir den Refrain singen können.

Der Song meiner Gruppe: „Hier spricht der Bierkapitän“.

Wir sollen ja als Vocalcoach in jedem Genre klar kommen.  Die Ausbildung zum Certified POWERVOICE Vocalcoach bei POWERVOICE ist jedenfalls nicht einseitig und schon gar nicht mit links zu schaffen. Der Vormittag verging wie im Flug und schon saßen wir mit den Prüfungsaufgaben am Tisch!  Ich habe im Februar 1986 mein Studium abgeschlossen. Seither saß ich in keiner Prüfung mehr, geschweige habe ich in den letzten 30 Jahren so viel von Hand geschrieben. Als ich mein Geschmiere sah, dachte ich, ich hätte besser auch Schönschrift geübt …

Ich gebe zu, ich war froh als es vorbei war! Andrés war gnädig mit uns, wir durften uns nach der Prüfung zum Üben in die Proberäume verkrümeln. Ich habe es ja schon mal gesagt: Das Beste ist, am Ende geht es ums SINGEN!

Ausbildung zum Vocalcoach, Tag 2

„Übung macht den Meister“

Was für ein platter Spruch? Überhaupt nicht, im Gegenteil. Wir waren richtig gierig danach, nochmal zu üben. Dafür standen uns noch zwei Tage zur Verfügung und die wollten wir nutzen. Same procedure, Miss Sophie. Acht Zettel, acht Aufgaben. Überprüfung der Anlage, stehen die Kompensationsmittel bereit …

Chris durfte beginnen mit dem Thema Konsonantentraining.

Weiter ging es mit dem Thema „Atmung“. Spätestens jetzt wussten wir, dass viel Praxis zu machen hätten. Lena machte das vorzüglich und wir haben mittlerweile alle unsere eigenen Bilder. Mittlerweile ist ja alles ganz anders als am Anfang der Ausbildung, weil wir selber, quasi „am eigenen Leib“ die Erfahrung des Schülers machen konnten. Wir hatten ja alle höchst unterschiedliche Voraussetzungen, höchst unterschiedliches Lerntempo. An meinen eigenen „Verständnisproblemen“ kann ich ganz gut ermessen, wie es sich anfühlt, wenn man nicht kapiert, wie es geht. Es wird immer klarer, dass Reden zwar auch wichtig ist, aber vormachen und die Schüler selber machen und erleben lassen, ist das A und O. Die große Frage, die wir uns aber immer wieder stellen, ist: werden wir das alles abrufen können in der Prüfung? Denken wir an all das, was Andrés uns an die Hand gibt, wenn er jetzt beim Probelauf immer wieder eingreift?

Beim Thema „Kehlkopf“ durfte Julia in den Ring. Auch sie hatte sich zu Herzen genommen, dass Praxis auf der To-Do-Liste ganz oben steht. Doch Andrés hat auch hier wieder so viel zusätzlichen Input gegeben, vor allem zum Dauerbrenner Bruststimme – Kopfstimme. Es geht darum, klarzumachen, dass es eine Frage der ENERGIE ist. Ein gutes Beispiel war der Vergleich mit der Gitarrensaite. Bei zu viel Spannung reißt sie. Unsere Stimmlippen werden auch gespannt, je höher der Ton, desto mehr. Glücklicherweise reißen sie nicht, aber irgendwann sagen sie „jetzt geht nichts mehr“. Dann schwingt nur noch die Randkante, es geht in die Kopfstimme.

Wir haben diese beiden Themen so ausführlich beackert, dass das Thema „Resonanzräume“ auf den nächsten Tag verschoben werden musste. Denn am Abend stand die Music Night auf dem Programm und Andrés hatte sich wieder ein super Thema überlegt: Hochzeiten und Beerdigungen. Das kommt nicht von ungefähr, wir haben Fachfrauen für beides in unserer Gruppe! Wieder gab es zwei Gruppen, es sollte eine Challenge geben, die Story drum herum durften wir uns ausdenken. Erst stocherten wir etwas im Nebel, aber dann hatten wir eine grandiose Idee. Wir haben uns schon beim Ausdenken unserer Gags weg gelacht … Stichwort „von der Kiste in die Kiste“ oder „Cross-Selling / Hochzeit und Scheidung im Paket“ – mehr dazu gibt es wie immer im Videotagebuch!

MUSIC NIGHT am Rocklantic

Ausbildung zum Vocalcoach, Tag 3

„Zeit ist relativ“

Tag 3 der fünften Einheit. Klar, es kommt danach noch Einheit Nummer sechs, aber davon sind nur zwei Tage Unterricht, dann kommt die praktische Prüfung! Das kann einem schon mal den Schweiß auf die Stirn treiben! Deshalb saßen wir auch hochkonzentriert am Sonntag auf unseren Stühlen im Seminarraum. Zunächst durften wir uns aber entspannen bei der Videoanalyse unserer Show vom Vorabend. Wir waren ganz zufrieden, es war für die Kürze der Vorbereitungszeit (2 Stunden) richtig gut und ich glaube, wir haben den Auftrag, das Publikum zu unterhalten, erfüllt!

Im Anschluss ging es weiter mit dem Thema „Resonanzräume“. Kathrin, die dieses Thema gezogen hatte, konnte wegen eines Todesfalls in der Familie nicht dabei sein und so sprang Stefie für sie in die Bresche. Für mich ist und bleibt dieser Teil der Faszinierendste. Was ich hier selbst erleben durfte an Veränderung, ist phänomenal. Der Kopf mit allen seinen Hohlräumen und klangverstärkenden Möglichkeiten ist ein wahres Wunderwerk. Wie sich ein Ton verändert, wenn er zuerst ohne Gesichtsspannung und danach mit Gesichtsspannung gesungen wird ist unglaublich. Oder auch wie entscheidend die Öffnung des Mundes ist oder wie die Zunge geformt ist, verändert sofort den Stimmsound. 

Die Herausforderung ist tatsächlich heute nicht mehr das Verstehen, sondern das Umsetzen. Das sofortige Abrufen von praktischen Übungen zu einem Thema. Noch in der Nacht leiere ich während der Rückfahrt den nächsten Workshop an zum Üben. Hier hilft nur mehr Routine. Das brauche ich auch bei meinem eigenen Thema: ich darf meine Kollegin Julia unterrichten. Ich fühle mich ganz gut gewappnet, immerhin habe ich 37 Stunden unterrichtet seit der letzten Einheit. Aber daheim im eigenen Claim ist immer anders als unter den strengen Augen von Boss Andrés!

Julia hat ein Problem mit den Höhen in ihrem Song, jetzt gilt es, ihre Festplatte zu überlisten und zu kompensieren. Ich muss mich hinter sie stellen und mit aller Kraft an ihrem zarten Hals ziehen – unglaublich wie sich der Sound verändert und sie die Töne frei und offen singt. Der Trick ist, dass sie nicht mehr verkrampfen kann, aber ich will auch nicht alles verraten, denn die Tipps und Tricks wirken nicht nach Monaten, sondern immer sofort. Das liegt an dem wunderbaren Systen der Ausbildung es geht immer nach Ursache und Wirkung, frei nach dem Motto: Wo ist momentan das Problem und wie kann ich es sofort lösen – phänomenal!

Auch als Julia das Theraband diagonal zieht wirkt sich das sofort positiv aus und sie singt ihre Problemstelle plötzlich locker und leicht und zwar 4 Halbtöne höher. 

Die nächsten „Schüler“ sind Chris und Lena. Chris steht beim Singen häufig auf den Zehenspitzen, das ist total kontraproduktiv, weil er sich dadurch eng macht. Andrés fackelt nicht lange. Wir legen eine Bierbank (zusammengeklappt) vor ihm auf den Boden. Jetzt muss er auf den Hacken stehen, die Zehenspitzen auf der Bank, der Druck ist jetzt raus. Das ist vielleicht das beste Beispiel für Andrés POWERVOICE Methode: pragmatisch und zielorientiert. Es geht darum, den Unterschied für den Schüler erlebbar zu machen zwischen falscher und richtiger Körperhaltung/Muskelspannung. Das ist bei der Stimme einfach sehr komplex, unser Instrument ist der ganze Körper.

Lena sang ihren Song aus der Musicnight,“I don´t want to miss a thing“. Andrés vermutete, es würde nicht viel zu sagen geben, da sie es bei der Musicnight hammergeil gesungen habe. Die Situation jetzt war aber für Lena angespannt (im Gegensatz zur Liveperformance auf der Bühne). Der Körper reagiert und entsprechend verändert sich der Ton. Auch bei Lena haben wir am Hals gezogen und das „Yeah“ im Refrain wurde freier. Andrés Rat:“ Denkt nicht in Kopfstimme oder in Bruststimme bei einem hohen Ton sondern denkt in „offen“. Es stellt sich nicht die Frage: Kopf – oder Bruststimme sondern Weite oder Enge!“ Nach diesem wieder einmal sehr aufschlussreichen Coaching machten wir unsere Abschlussrunde und packten unsere Siebensachen. Bye bye…bis zum nächsten Mal!

An dieser Stelle muss ich mich als Chronistin leider verabschieden. Ich bin eine Woche nach dem Kurs mitsamt meiner Katze auf dem Arm daheim die Treppe runter gestürzt und habe mir beide Arme gebrochen. Deshalb werde ich im Oktober nicht dabei sein können. Ich wünsche meinem Rudel das Allerbeste und viel Erfolg bei der Abschlussprüfung! Danke für die spannende Zeit mit Euch!

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Video Tagebuch der Ausbildung zum Vocalcoach Teil 5/6

Nach einer Wunderheilung werde ich die letzte Woche doch mit meinem Rudel verbringen können und die Prüfungen durchlaufen. Ich freue mich riesig!

Bis in Kürze

Carmen

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Carmen Ginger

Vocalcoach in Ausbildung bei POWERVOICE
Carmen Gaehr Selbständig, Mama, Katzendienstbote, kleine Hausfrau, Bloggerin und jetzt auch CIA (Coach in Ausbildung). Hallo, mein Name ist Carmen. Musik war immer irgendwie in meinem Leben, Schulchor, Gesangsausbildung, Bands von Rock über Jazz und Pop bis zur Big-Band und sogar Kirchenchor, ich habe mich gründlich ausprobiert! Jetzt bin ich 58 und werde meinem Leben, nicht zum ersten Mal, eine neue Richtung geben. Im Februar 2019 ist die Entscheidung gefallen, ich möchte als Vocalcoach arbeiten! Auf der Suche nach einer Ausbildungsmöglichkeit, schlug mir Herr Google „POWERVOICE“ vor. Ich war schnell überzeugt, von Andrés Balhorn und seiner POWERVOICE-Methode, und nach dem ersten Telefonat mit Marion Bressler wusste ich, das passt! Es ist eine echte Herausforderung, die Ausbildung neben Full-Time-Job und Familie unterzubringen, aber es ist das Beste, was ich je in meinem Leben gemacht habe. Ab sofort berichte ich euch als CIA-Blogger von unserer Ausbildung zum Certified POWERVOICE-Coach, stay tuned!

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